Der Lagebericht · 2. März 2026
Die Diamanten, die nicht mehr gefördert werden


Das Wichtigste dieser Woche
Der US Supreme Court hat am 20. Februar Trumps Zollpolitik per IEEPA für rechtswidrig erklärt — doch binnen Stunden ersetzte Trump sie durch einen pauschalen 10%-Zoll unter einem anderen Gesetz. Belgien verliert seine Diamant-Befreiung. Die Branche kämpft um Ausnahmen, die Rechtslage bleibt in Bewegung. Parallel schrieb Anglo American den Buchwert von De Beers um weitere $2,3 Mrd. ab — auf nur noch $2,3 Mrd. In Kimberley schloss die Ekapa-Mine nach einem tödlichen Schlammlawinen-Unglück und meldete Liquidation an. Die Angebotsseite bei Naturdiamanten wird strukturell enger. Wer physische Steine bereits außerhalb des Systems hält, besitzt etwas, das gerade knapper wird — nicht reichlicher.
Was das für Sie bedeutet
Wenn der weltweit größte Diamantenproduzent in drei aufeinanderfolgenden Jahren $6,9 Mrd. an Buchwert verliert und gleichzeitig Minen schließen, schrumpft das künftige Angebot an zertifizierten Naturdiamanten in Investmentqualität. Für Sie heißt das: Der Stein, der heute in Ihrem Tresor in Dubai liegt, wird mit jedem Quartal seltener — nicht wertloser. Gleichzeitig zeigt die DIW-Studie vom 6. Februar, dass eine Vermögensteuer mit Freibeträgen ab €1 Mio. erneut durchgerechnet wird — mit potenziellen Einnahmen von €147 Mrd. jährlich. Noch ist sie nicht Gesetz. Aber sie ist nicht mehr nur Parteiprogramm, sondern wissenschaftlich kalkuliertes Szenario. Ein GIA-zertifizierter Diamant in einem Hochsicherheitstresor außerhalb Deutschlands taucht in keiner Vermögensaufstellung eines deutschen Bankkontos auf. Das ist kein Steuertrick — das ist eine strukturelle Eigenschaft physischer Sachwerte in Drittstaaten. Natürlich unterliegen Diamanten Preisschwankungen und sind kein liquides Alltagsinstrument — aber genau diese Illiquidität macht sie unsichtbar für den schnellen institutionellen Zugriff. Wenn Sie Ihre Struktur in diesem Licht prüfen möchten, ist ein vertrauliches Gespräch der sinnvollste nächste Schritt.
Marktüberblick
▸ Gold bei $5.165/oz (ca. €4.370/oz bei EUR/USD 1,182) — Allzeithoch-Nähe, getrieben durch Zentralbankkäufe und geopolitische Unsicherheit nach dem Supreme-Court-Urteil (Fortune/LBMA, 26.02.2026).
▸ De Beers hebt Preise für Rohdiamanten ab 5ct+ bei der Februar-Sight — ein Signal, dass der Produzent bei großen Steinen Knappheit einpreist, während Kleinstware schwer abzusetzen bleibt (Rapaport, 26.02.2026).
▸ Naturdiamanten: US-Fachhändler melden +2,1% Umsatzwachstum bei +10% höherem Durchschnittspreis — Käufer greifen zu größeren, hochwertigeren Steinen. Elongierte Fancy-Schliffe (Oval, Marquise, Cushion) sind knapp und handeln mit 20–25% Aufschlag (Rapaport, 26.02.2026).
▸ EUR/USD bei 1,182 — der stärkere Euro gegenüber dem Vorjahr verbessert das Einkaufsfenster für Euro-Käufer, die in Dollar denominierte Steine erwerben (ECB, 28.02.2026).
▸ DIW-Studie im Auftrag der Linken kalkuliert Vermögensteuer mit €147 Mrd. Jahresaufkommen — Freibetrag ab €1 Mio., progressive Sätze bis 12%. Koalition lehnt ab, aber das Konzept liegt auf dem Tisch (DIW Berlin, 06.02.2026).
Analyse
Der US Supreme Court hat am 20. Februar Trumps Zollpolitik per IEEPA für rechtswidrig erklärt — doch binnen Stunden ersetzte Trump sie durch einen pauschalen 10%-Zoll unter einem anderen Gesetz. Belgien verliert seine Diamant-Befreiung. Die Branche kämpft um Ausnahmen, die Rechtslage bleibt in Bewegung. Parallel schrieb Anglo American den Buchwert von De Beers um weitere $2,3 Mrd. ab — auf nur noch $2,3 Mrd. In Kimberley schloss die Ekapa-Mine nach einem tödlichen Schlammlawinen-Unglück und meldete Liquidation an. Die Angebotsseite bei Naturdiamanten wird strukturell enger. Wer physische Steine bereits außerhalb des Systems hält, besitzt etwas, das gerade knapper wird — nicht reichlicher.
Wenn der weltweit größte Diamantenproduzent in drei aufeinanderfolgenden Jahren $6,9 Mrd. an Buchwert verliert und gleichzeitig Minen schließen, schrumpft das künftige Angebot an zertifizierten Naturdiamanten in Investmentqualität. Für Sie heißt das: Der Stein, der heute in Ihrem Tresor in Dubai liegt, wird mit jedem Quartal seltener — nicht wertloser. Gleichzeitig zeigt die DIW-Studie vom 6. Februar, dass eine Vermögensteuer mit Freibeträgen ab €1 Mio. erneut durchgerechnet wird — mit potenziellen Einnahmen von €147 Mrd. jährlich. Noch ist sie nicht Gesetz. Aber sie ist nicht mehr nur Parteiprogramm, sondern wissenschaftlich kalkuliertes Szenario. Ein GIA-zertifizierter Diamant in einem Hochsicherheitstresor außerhalb Deutschlands taucht in keiner Vermögensaufstellung eines deutschen Bankkontos auf. Das ist kein Steuertrick — das ist eine strukturelle Eigenschaft physischer Sachwerte in Drittstaaten. Natürlich unterliegen Diamanten Preisschwankungen und sind kein liquides Alltagsinstrument — aber genau diese Illiquidität macht sie unsichtbar für den schnellen institutionellen Zugriff. Wenn Sie Ihre Struktur in diesem Licht prüfen möchten, ist ein vertrauliches Gespräch der sinnvollste nächste Schritt.
▸ Gold bei $5.165/oz (ca. €4.370/oz bei EUR/USD 1,182) — Allzeithoch-Nähe, getrieben durch Zentralbankkäufe und geopolitische Unsicherheit nach dem Supreme-Court-Urteil (Fortune/LBMA, 26.02.2026).
▸ De Beers hebt Preise für Rohdiamanten ab 5ct+ bei der Februar-Sight — ein Signal, dass der Produzent bei großen Steinen Knappheit einpreist, während Kleinstware schwer abzusetzen bleibt (Rapaport, 26.02.2026).
▸ Naturdiamanten: US-Fachhändler melden +2,1% Umsatzwachstum bei +10% höherem Durchschnittspreis — Käufer greifen zu größeren, hochwertigeren Steinen. Elongierte Fancy-Schliffe (Oval, Marquise, Cushion) sind knapp und handeln mit 20–25% Aufschlag (Rapaport, 26.02.2026).
▸ EUR/USD bei 1,182 — der stärkere Euro gegenüber dem Vorjahr verbessert das Einkaufsfenster für Euro-Käufer, die in Dollar denominierte Steine erwerben (ECB, 28.02.2026).
▸ DIW-Studie im Auftrag der Linken kalkuliert Vermögensteuer mit €147 Mrd. Jahresaufkommen — Freibetrag ab €1 Mio., progressive Sätze bis 12%. Koalition lehnt ab, aber das Konzept liegt auf dem Tisch (DIW Berlin, 06.02.2026).
Ich sehe in der Kombination aus De-Beers-Abwertung, Minenschließungen und stabiler Nachfrage nach hochwertigen Steinen ab 2ct ein Fenster, das sich in den nächsten 12–18 Monaten verengen wird. Ich rate meinen Mandanten diese Woche, die aktuelle Preisphase bei zertifizierten Naturdiamanten ab 1ct in D–G, VS-Qualität als strategisches Einstiegsfenster ernst zu nehmen — was heute am Markt verfügbar ist, wird morgen nicht mehr zum gleichen Preis produziert. Wer die Vermögensteuer-Debatte noch für akademisch hält, sollte bedenken, dass auch die Erbschaftsteuerreform 2016 zwei Jahre vor ihrer Umsetzung als „unrealistisch" galt.
Mein Ausblick
Ich sehe in der Kombination aus De-Beers-Abwertung, Minenschließungen und stabiler Nachfrage nach hochwertigen Steinen ab 2ct ein Fenster, das sich in den nächsten 12–18 Monaten verengen wird. Ich rate meinen Mandanten diese Woche, die aktuelle Preisphase bei zertifizierten Naturdiamanten ab 1ct in D–G, VS-Qualität als strategisches Einstiegsfenster ernst zu nehmen — was heute am Markt verfügbar ist, wird morgen nicht mehr zum gleichen Preis produziert. Wer die Vermögensteuer-Debatte noch für akademisch hält, sollte bedenken, dass auch die Erbschaftsteuerreform 2016 zwei Jahre vor ihrer Umsetzung als „unrealistisch" galt.
Die Grundlagen zu diesem Thema: Diamanten
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