Vermögensschutz für Selbstständige
Vermögensschutz für Selbstständige
Strategien für Unternehmer


Warum dieses Thema gerade Selbstständige betrifft
Auslöser
- →Unbeschränkte Haftung
- →Keine gesetzliche Rente
- →Geschäftsrisiko
Risiken
- →Vermögen = Betriebsvermögen
- →Sichtbarkeit bei Klagen
- →Nachfolge unklar
Sie haben ein Unternehmen aufgebaut, Risiken eingegangen und Verantwortung übernommen. Als Selbstständiger genießen Sie Freiheiten, die Angestellte nicht kennen. Doch diese Freiheit hat ihren Preis: Sie tragen alle Risiken selbst – und zwar mit Ihrem gesamten Vermögen.
Die unbeschränkte Haftung: Was Sie wirklich riskieren
Die meisten Selbstständigen in Deutschland operieren als Einzelunternehmer oder als Gesellschafter einer GbR oder OHG. Das bedeutet: Sie haften persönlich und unbeschränkt mit allem, was Sie besitzen.
Ein einziger Auftrag, der schiefgeht. Ein Kunde, der Schadensersatz fordert. Ein Lieferant, der Sie in seine Insolvenz zieht. Diese Szenarien sind nicht theoretisch – sie passieren täglich.
Auch eine GmbH schützt nicht vollständig. Banken verlangen persönliche Bürgschaften. Und bei Insolvenzverschleppung oder Pflichtverletzungen durchbricht die Geschäftsführerhaftung den Schutzschirm.
Was bei Haftungsfällen wirklich passiert
| Phase | Was geschieht | Ihr Risiko |
|---|---|---|
| Anspruch | Schadensersatzforderung wird gestellt | Anwaltskosten, Zeitaufwand |
| Vollstreckung | Kontenpfändung, Gehaltspfändung | Liquiditätsverlust |
| Zwangsvollstreckung | Immobilien, Fahrzeuge, Wertpapiere | Substanzverlust |
| Insolvenz | Alles wird verwertet | Totalverlust |
Die Insolvenz-Anfechtungsfrist: Selbst Übertragungen an Ehepartner oder Kinder können bis zu 4 Jahre rückwirkend angefochten werden, wenn sie in der Krise erfolgten.
Die Rentenlücke: Keine staatliche Absicherung
Während Angestellte automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, stehen Selbstständige vor einer anderen Realität:
- Keine Pflichtbeiträge = keine Ansprüche
- Private Vorsorge ist Eigenverantwortung
- Im Alter zählt nur, was Sie selbst aufgebaut haben
Die Nachfolge-Statistik
| Faktor | Realität |
|---|---|
| Unternehmen mit Nachfolger | 29% |
| Unternehmen ohne Nachfolgelösung | 47% |
| Durchschnittlicher Verkaufspreis vs. Erwartung | -35% |
| Übergaben innerhalb der Familie erfolgreich | 23% |
Fallstudie: Herr K., IT-Berater, 48, Hamburg
Herr K. ist seit 15 Jahren selbstständiger IT-Berater. Einzelunternehmer, spezialisiert auf SAP-Implementierungen. Jahresumsatz: 280.000 €, davon 180.000 € Gewinn vor Steuern.
Die Ausgangslage:
- Vermögen: 420.000 € (Depot, Festgeld, Lebensversicherung)
- Immobilie: 380.000 € Wert, 120.000 € Restschuld
- Keine GmbH, keine Trennung von Privat- und Geschäftsvermögen
- Ein Hauptkunde macht 60% des Umsatzes
Das Risiko: Ein Implementierungsprojekt scheitert. Der Kunde fordert 800.000 € Schadensersatz wegen angeblicher Beratungsfehler. Die Berufshaftpflicht deckt 500.000 €, der Rest wäre persönlich zu tragen.
Was Herr K. tat:
- Strukturelle Trennung: GmbH gegründet, Aufträge über GmbH abgewickelt
- Kundenstreuung: Aktiv weitere Kunden akquiriert, Hauptkunde jetzt bei 35%
- Vermögensschutz: 120.000 € in physische Sachwerte umgeschichtet
- 70.000 € in LBMA-Gold (Lagerung: Zürich)
- 50.000 € in GIA-Diamanten (Lagerung: Dubai)
- Immobilie: Grundschuld auf Ehefrau übertragen (rechtzeitig, nicht in der Krise)
Das Ergebnis:
- Haftung auf GmbH-Vermögen begrenzt
- 30% des Vermögens außerhalb deutscher Zugriffsmöglichkeiten
- Vollständig legal, vollständig dokumentiert
- Handlungsspielraum bei Worst-Case-Szenarien
„Als Selbstständiger trägst du alles selbst. Das wusste ich. Aber ich hatte nie darüber nachgedacht, was das für mein Vermögen bedeutet – bis der erste große Kunde mit Anwalt drohte."
— Herr K., IT-Berater, Hamburg
Die fünf größten Risiken für Selbstständige
1. Kundenkonzentration
Wenn ein Kunde mehr als 30% Ihres Umsatzes ausmacht, sind Sie abhängig. Fällt dieser Kunde weg – durch Insolvenz, Strategiewechsel oder Streit – bricht Ihr Geschäftsmodell zusammen.
2. Forderungsausfälle
Selbstständige liefern oft vor – und warten dann auf Zahlung. Bei Zahlungsverzug oder -ausfall tragen Sie das Risiko.
3. Persönliche Arbeitsunfähigkeit
Ein Angestellter bekommt Lohnfortzahlung und Krankengeld. Ein Selbstständiger ohne Einkommen verliert schnell alles.
4. Marktveränderungen
Technologie, Regulierung, Wettbewerb – Ihr Geschäftsmodell kann über Nacht obsolet werden.
5. Scheidung
Bei Selbstständigen wird das Unternehmen zum Streitobjekt. Der Zugewinnausgleich kann die Existenz gefährden.
Die meisten Selbstständigen haben hervorragende Fachkenntnisse in ihrem Bereich – aber keine Strategie für den Vermögensschutz. Das ist, als würde man ein Haus bauen ohne Versicherung.
Was erfolgreiche Selbstständige anders machen
Stufe 1: Strukturelle Absicherung
- GmbH oder UG für operative Tätigkeit
- Klare Trennung von Privat- und Geschäftsvermögen
- Angemessene Versicherungen (Berufshaftpflicht, BU, Rechtsschutz)
Stufe 2: Liquiditätsreserve
- 12 Monate Lebenshaltungskosten auf separatem Konto
- Nicht verknüpft mit Geschäftskonto
- Sofort verfügbar, nicht investiert
Stufe 3: Diversifiziertes Vermögen
- Breit gestreutes Depot (ETFs, keine Einzelaktien)
- Immobilien nur mit Eigenkapital, nicht als einziges Asset
- International gestreut, nicht nur Deutschland
Stufe 4: Physische Sachwerte
- 10-20% des Vermögens in mobilen Werten
- Außerhalb des Bankensystems
- Nicht im Grundbuch, nicht auf dem Kontoauszug
Die Checkliste für Selbstständige
- Haftung durch GmbH/UG begrenzen
- Kundenkonzentration unter 30% halten
- 12 Monate Liquidität separat parken
- Vermögen strukturell von Geschäft trennen
- 10-20% in mobile Sachwerte diversifizieren
Der Unterschied zwischen Optimismus und Naivität
Viele Selbstständige sagen: „Das wird mir nicht passieren." Sie haben Recht – in den meisten Fällen. Aber Vermögensschutz ist keine Wette auf den Normalfall. Er ist eine Versicherung gegen den Ausnahmefall.
Die Frage ist nicht, ob Sie sich absichern sollten. Die Frage ist, ob Sie es sich leisten können, es nicht zu tun.
Der nächste Schritt
Wir beraten Selbstständige seit 2016. Wir kennen die Risiken, die Strukturen und die Lösungen.
Ein 30-minütiges Erstgespräch zeigt, ob Ihre Situation Handlungsbedarf hat – und welche Optionen für Sie in Frage kommen.
Kostenlos. Unverbindlich. Ohne Verkaufsdruck.
Über den Autor

Elisabeth Förster
Leiterin Mandantenbetreuung
Mit 15 Jahren Erfahrung in der Privatbank kennt sie die Sorgen vermögender Familien aus unzähligen Gesprächen.
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