Vermögensschutz für Immobilienbesitzer
Vermögensschutz für Immobilienbesitzer
Diversifikation über Beton hinaus


Warum dieses Thema gerade Immobilienbesitzer betrifft
Auslöser
- →Klumpenrisiko
- →Regulierung
- →Illiquidität
Risiken
- →Vermögen im Grundbuch sichtbar
- →Politisches Ziel
- →Nicht portabel
Immobilien gelten in Deutschland als der Inbegriff von Sicherheit. „Betongold" wird vererbt, Mieteinnahmen fließen, und der Wert steigt scheinbar immer weiter. Doch wer einen erheblichen Teil seines Vermögens in Immobilien gebunden hat, kennt auch die Schattenseiten – und versteht, warum echte Sicherheit mehr erfordert als Grundbesitz.
Das Paradox des Immobilienvermögens
Immobilienbesitzer sind oft vermögend – auf dem Papier. Aber dieses Vermögen hat besondere Eigenschaften, die in bestimmten Situationen zum Problem werden:
Illiquidität: Sie können keine halbe Wohnung verkaufen. Wenn Sie Geld brauchen, müssen Sie das ganze Objekt veräußern – ein Prozess, der Monate oder Jahre dauern kann.
Sichtbarkeit: Jedes Grundstück steht im Grundbuch. Bei Rechtsstreitigkeiten, Pfändungen oder Scheidungen wird dort als Erstes nachgeschaut.
Immobilität: Ihr Vermögen kann nicht mit Ihnen reisen. Es ist gebunden an einen Standort, ein Rechtssystem, eine politische Entwicklung.
Der größte Irrtum von Immobilienbesitzern: „Ich habe mehrere Objekte, also bin ich diversifiziert." Nein. Sie haben Konzentrationsrisiko in einer Anlageklasse – oft auch noch in einer Region.
Die versteckten Risiken von Immobilienvermögen
Politische und regulatorische Risiken
Immobilienbesitzer stehen zunehmend im Fokus:
| Maßnahme | Status | Auswirkung |
|---|---|---|
| Mietpreisbremse | Aktiv | Rendite -15-25% |
| Energetische Sanierungspflicht | Kommend | Investitionszwang 50-150k€ |
| Grundsteuerreform | Aktiv | Regional +30-100% |
| Vermögensabgabe-Debatte | Diskussion | Substanzbesteuerung möglich |
| Enteignungsdebatte (Berlin) | Volksentscheid erfolgt | Rechtsunsicherheit |
Das Problem: Immobilien sind ein einfaches Ziel für staatliche Eingriffe. Sie sind sichtbar, unbeweglich und können nicht versteckt werden.
Das Liquiditätsrisiko
In all diesen Situationen wünschen sich Immobilienbesitzer eines: flüssige Mittel, über die sie sofort verfügen können. Ohne Notar, ohne Makler, ohne Wartezeit.
Das Konzentrationsrisiko
Wer fünf Wohnungen in München besitzt, hat kein diversifiziertes Portfolio. Er hat fünfmal dasselbe Risiko:
- Lokaler Markteinbruch → alle Objekte fallen
- Regulatorische Verschärfung → alle Objekte betroffen
- Wirtschaftskrise in der Region → alle Mieter in Schwierigkeiten
Echte Diversifikation bedeutet: unterschiedliche Anlageklassen, unterschiedliche Standorte, unterschiedliche Abhängigkeiten.
Fallstudie: Familie H., Immobilienportfolio, Frankfurt
Familie H. hat über 25 Jahre ein Immobilienportfolio aufgebaut: 3 Mehrfamilienhäuser, 2 Eigentumswohnungen, 1 Gewerbeimmobilie. Gesamtwert: ca. 4,2 Millionen Euro.
Die Ausgangslage:
- Immobilien: 4,2 Mio. € (davon 1,8 Mio. € Restschulden)
- Netto-Immobilienvermögen: 2,4 Mio. €
- Bankdepot: 180.000 €
- Liquidität: 95.000 €
- Lebensversicherungen: 240.000 € Rückkaufwert
Das Problem:
- 82% des Vermögens in Immobilien gebunden
- Alle Objekte im Rhein-Main-Gebiet
- Bei Scheidung oder Erbfall: keine schnelle Liquidität
- Steigende Sanierungskosten durch neue Energievorschriften
- Alles im Grundbuch dokumentiert
Die Situation: Herr H. (62) denkt an die Übergabe an die nächste Generation. Aber: Drei Kinder, nicht alle wollen Immobilien, Erbschaftssteuer wird fällig, und liquide Mittel zum Ausgleich fehlen.
Die Lösung: Familie H. begann, schrittweise Liquidität aufzubauen:
- Eine Eigentumswohnung verkauft (420.000 € Erlös nach Schulden)
- 200.000 € in physisches Gold (Lagerung: Schweiz Zollfreilager)
- 120.000 € in GIA-zertifizierte Diamanten (Lagerung: Dubai)
- 100.000 € in diversifiziertes ETF-Depot
Das Ergebnis nach 18 Monaten:
- Immobilienanteil von 82% auf 68% reduziert
- 420.000 € in liquiden, portablen Werten
- Erbschaftsplanung mit flexiblen Optionen möglich
- Handlungsspielraum bei Marktveränderungen
„25 Jahre lang war mein einziger Gedanke: mehr Immobilien. Erst jetzt verstehe ich, dass echte Sicherheit Beweglichkeit bedeutet – und die hatte ich nicht."
— Herr H., Immobilienunternehmer, Frankfurt
Was Immobilien nicht bieten können
| Eigenschaft | Immobilien | Mobile Sachwerte |
|---|---|---|
| Liquidität | 6-18 Monate Verkauf | Tage bis Wochen |
| Portabilität | Keine | Vollständig |
| Diskretion | Im Grundbuch | Kein Register |
| Teilbarkeit | Nein | Ja (mehrere Steine/Barren) |
| Regulierungsrisiko | Hoch | Gering |
| Pfändbarkeit | Einfach | Komplex |
Die ideale Ergänzung zu Immobilien
Die beste Diversifikation für Immobilienbesitzer sind Vermögenswerte mit gegenteiligen Eigenschaften:
Liquidität: Werte, die Sie schnell verwerten können. Ohne Notar, ohne Gutachter, ohne Wartezeit.
Portabilität: Vermögen, das mit Ihnen reisen kann. Das nicht an einen Standort gebunden ist.
Diskretion: Werte, die nicht im Grundbuch stehen. Die nicht öffentlich einsehbar sind.
Unabhängigkeit: Vermögen, das nicht von lokalen Märkten oder nationalen Regulierungen abhängt.
Die Formel erfolgreicher Immobilienbesitzer: 70-80% in Immobilien für Cashflow und Wertstabilität, 20-30% in liquiden, portablen Werten für Flexibilität und Schutz.
Wie viel sollte außerhalb von Immobilien liegen?
Das hängt von Ihrer Situation ab:
| Lebenssituation | Empfohlener Anteil außerhalb Immobilien |
|---|---|
| Unter 50, stabile Ehe, keine Konflikte | 15-20% |
| Über 50, Nachfolgeplanung relevant | 25-30% |
| Scheidungsrisiko oder Rechtsstreit möglich | 30-40% |
| Internationale Mobilität gewünscht | 35-45% |
Zusammenfassung für Immobilienbesitzer
- Immobilien sind wertvoll, aber illiquide und sichtbar
- Mehrere Objekte in einer Region = Konzentrationsrisiko
- Politische Risiken (Regulierung, Steuern) steigen
- 20-30% in liquiden, portablen Werten schaffen Balance
- Mobile Sachwerte ergänzen Immobilien ideal
Der nächste Schritt
Sie müssen Ihre Immobilien nicht verkaufen. Aber Sie sollten verstehen, welche Optionen Sie haben – und wie Sie Ihr Portfolio sinnvoll ergänzen können.
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Über den Autor

Elisabeth Förster
Leiterin Mandantenbetreuung
Mit 15 Jahren Erfahrung in der Privatbank kennt sie die Sorgen vermögender Familien aus unzähligen Gesprächen.
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