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Vermögensschutz für architekten

Geld schützen für Architekten
Strategien und Methoden

Elisabeth Förster
Elisabeth Förster · Leiterin Mandantenbetreuung
architekten - Vermögensschutz

Geld schützen für Architekten – Strategien und Methoden

Als Architekt haben Sie ein besonderes Verhältnis zu Vermögenswerten. Sie verstehen Immobilien wie kaum jemand sonst, haben aber oft einen Großteil Ihres Vermögens genau in diesem Bereich konzentriert. Viele Mandanten fragen mich: "Wie kann ich mein Vermögen schützen, ohne meine Expertise in Immobilien aufzugeben?"

Die Antwort ist differenzierter, als die meisten Finanzberater vermuten würden.

Ihre besondere Situation

Als Angehöriger dieser Berufsgruppe stehen Sie vor spezifischen Herausforderungen beim Thema Vermögensschutz.

Typische Auslöser

Was wir in der Beratung erleben: Architekten kommen meist zu uns, wenn sich ihre Risikowahrnehmung verschärft hat:

  • Projektabhängige Einkommensschwankungen: Ein großes Projekt verzögert sich oder fällt weg – plötzlich fehlen 40% des geplanten Jahresumsatzes
  • Haftungsrisiken: Die Berufshaftpflichtversicherung deckt nicht alle Szenarien ab, besonders bei komplexen Bauprojekten
  • Immobilienmarkt-Sorgen: Als Experte sehen Sie Entwicklungen früher als andere – und erkennen auch die Risiken
  • Altersvorsorge-Lücken: Schwankende Einkommen machen kontinuierliche Vorsorge schwierig
  • Familiäre Verantwortung: Der Wunsch, das Vermögen für die nächste Generation zu sichern

Besondere Risiken

Ihre Berufsgruppe trägt spezifische Vermögensrisiken:

Konzentrationsrisiko Immobilien: Oft steckt das meiste Vermögen in der eigenen Immobilie, eventuell einer Gewerbeimmobilie und Beteiligungen an Bauprojekten. Alle Eier in einem Korb – auch wenn Sie diesen Korb sehr gut kennen.

Konjunkturabhängigkeit: Ihre Auftragslage hängt stark von der Baukonjunktur ab. In Rezessionen sind Architekten oft früh und stark betroffen.

Lange Projektlaufzeiten: Honorare kommen oft erst Jahre nach Projektbeginn. In der Zwischenzeit müssen Sie vorfinanzieren.

Berufshaftung: Ein einziger Planungsfehler kann existenzbedrohend werden, auch mit Versicherung.

Warum Standard-Lösungen oft nicht passen

Es ist verständlich, dass herkömmliche Finanzberatung bei Architekten oft ins Leere läuft. Die üblichen Empfehlungen – "diversifizieren Sie in Aktien und Anleihen" – ignorieren Ihre besonderen Umstände:

Problem 1: Liquiditätsbedarf wird unterschätzt Standard-Portfolios sind auf regelmäßige Einkommen ausgelegt. Als Architekt brauchen Sie aber manchmal schnell größere Summen – für Vorfinanzierungen, unerwartete Haftungsfälle oder Überbrückung von Auftragslücken.

Problem 2: Immobilien-Expertise wird ignoriert Finanzberater raten oft: "Raus aus Immobilien, rein in Wertpapiere." Dabei ist Ihre Immobilien-Kompetenz ein echter Vorteil – wenn richtig eingesetzt.

Problem 3: Systemrisiken werden übersehen Herkömmliche Portfolios sind alle im gleichen Finanzsystem verhaftet. Wenn dieses System Probleme bekommt – Bankenkrise, Währungsprobleme, politische Eingriffe – sind alle Ihre Vermögensteile gleichzeitig betroffen.

Problem 4: Steuerliche Besonderheiten Ihr schwankendes Einkommen und die Möglichkeit, zwischen Angestellt und Selbständig zu wechseln, erfordern flexible Strategien.

Maßgeschneiderte Strategien

Option 1: Intelligente Immobilien-Diversifikation

Statt komplett aus Immobilien auszusteigen, diversifizieren Sie klug innerhalb dieser Anlageklasse:

Geografische Streuung: Wenn Ihr Hauptvermögen in deutschen Großstädten liegt, ergänzen Sie mit Immobilien in anderen Märkten – Schweiz, Österreich, eventuell ausgewählte US-Märkte.

Nutzungsarten-Mix: Ergänzen Sie Wohnimmobilien mit Gewerbe, Logistik oder spezialisierten Immobilien (Pflegeheime, Studentenwohnungen).

Direkt vs. indirekt: Kombinieren Sie direkte Immobilien mit REITs oder Immobilienfonds für bessere Liquidität.

Vorteil: Sie bleiben in Ihrem Kompetenzbereich und können Ihre Expertise voll ausschöpfen. Nachteil: Sie bleiben trotzdem im Immobiliensektor konzentriert.

Option 2: Sachwerte außerhalb des Finanzsystems

Für den Teil Ihres Vermögens, den Sie wirklich "systemunabhängig" halten wollen:

Edelmetalle: Gold und Silber als Basisabsicherung. Physisch gelagert, nicht als Wertpapier. Etwa 5-15% des Gesamtvermögens.

Hochwertige Sachwerte: Für größere Vermögen kommen alternative Sachwerte in Frage – Kunstwerke, seltene Uhren, Investment-Grade-Diamanten. Diese bieten hohe Wertdichte und sind vollständig privat.

Sammlerobjekte in Ihrem Fachbereich: Architektur-Zeichnungen berühmter Architekten, Bauhaus-Möbel, historische Baupläne. Hier können Sie Ihre Expertise einsetzen.

Vorteil: Echte Diversifikation, Schutz vor Systemrisiken, physische Kontrolle. Nachteil: Geringere Liquidität, erfordert Expertise bei Kauf und Lagerung.

Option 3: Hybride Liquiditätsstrategie

Kombination aus liquiden und illiquiden Vermögensteilen:

Liquiditätsreserve (6-12 Monate): Tagesgeld, Festgeld, kurzlaufende Staatsanleihen für operative Liquidität.

Mittelfristige Reserve (1-3 Jahre): Mischfonds, ausgewählte Aktien, eventuell P2P-Kredite für planbare größere Ausgaben.

Langfristige Basis (5+ Jahre): Immobilien, Sachwerte, eventuell Unternehmensbeteiligungen für Vermögensaufbau und -erhalt.

Vorteil: Flexibilität für alle Zeithorizonte. Nachteil: Komplexer zu verwalten, erfordert regelmäßige Anpassungen.

Fallbeispiel

Ein Architekt aus München, Mitte 50, kam vor zwei Jahren zu uns. Sein Problem: 80% seines Vermögens steckten in seiner Wohnung, seinem Bürogebäude und zwei Mietobjekten in München. Alles im gleichen Markt.

Seine Bedenken bezüglich einer Diversifikation waren berechtigt: "Ich kenne Immobilien. Warum soll ich in Bereiche gehen, von denen ich nichts verstehe?"

Unsere Lösung war ein Dreischritt:

  1. Geografische Immobilien-Diversifikation: Verkauf einer Münchner Immobilie, Kauf in Zürich und Wien. Gleiche Anlageklasse, aber andere Märkte und Währungen.

  2. Sachwerte-Baustein: 10% des Vermögens in physisches Gold und ausgewählte Kunstwerke (Bauhaus-Möbel, bei denen er die Qualität beurteilen konnte).

  3. Liquiditäts-Puffer: Aufbau einer Liquiditätsreserve über 18 Monate für Projektvorfinanzierungen.

Ergebnis: Gleiche Renditeerwartung, aber deutlich geringeres Gesamtrisiko. Und er konnte weiterhin seine Immobilien-Expertise nutzen.

Der Staat als Risikofaktor

Viele Mandanten fragen mich nach dem Schutz vor staatlichen Eingriffen. Für Architekten ist das besonders relevant:

Regulierungsrisiken: Neue Bauvorschriften, Energiestandards oder Planungsgesetze können Ihre Projekte und Immobilien betreffen.

Steuerrisiken: Grundsteuer-Reform, Vermögensteuer-Diskussionen, Verschärfung der Erbschaftsteuer.

Enteignungsrisiken: Bei Infrastrukturprojekten oder "Gemeinwohl"-Argumenten sind Immobilien besonders exponiert.

Hier helfen Sachwerte außerhalb des direkten staatlichen Zugriffs: Edelmetalle in Zollfreilagern, internationale Immobilien, portable Wertgegenstände.

Inflationsschutz für Architekten

Als Immobilien-Experte haben Sie bereits einen natürlichen Inflationsschutz – aber er ist einseitig:

Was gut läuft: Ihre Immobilien steigen meist mit oder über der Inflation.

Was problematisch ist: Ihre laufenden Kosten (Büro, Personal, Versicherungen) steigen ebenfalls, aber Honorare oft zeitverzögert.

Die Lösung: Ergänzen Sie Ihren Immobilien-Inflationsschutz mit anderen inflationsresistenten Sachwerten – Edelmetalle, Rohstoffe, eventuell inflationsgeschützte Anleihen für den konservativen Teil.

Ihre nächsten Schritte

Schritt 1: Bestandsaufnahme Analysieren Sie ehrlich Ihre aktuelle Vermögensstruktur. Wo liegen Konzentrationsrisiken? Wie liquide sind Sie wirklich?

Schritt 2: Risikotoleranz definieren Wieviel Ihres Vermögens können und wollen Sie außerhalb Ihrer Immobilien-Expertise anlegen? 10%? 30%? 50%?

Schritt 3: Strategie entwickeln Basierend auf Ihrer Situation entwickeln wir eine maßgeschneiderte Vermögensschutz-Strategie, die Ihre Immobilien-Kompetenz nutzt, aber trotzdem diversifiziert.

Schritt 4: Schrittweise Umsetzung Große Vermögensumschichtungen machen wir nie auf einmal, sondern über 12-24 Monate verteilt.

Was wir in der Beratung erleben: Architekten, die diesen strukturierten Ansatz verfolgen, schlafen besser – weil sie wissen, dass ihr Vermögen auch dann geschützt ist, wenn der Immobilienmarkt oder die Baukonjunktur einmal schwächelt.

Ihr Vermögen ist mehr als die Summe Ihrer Immobilien. Mit der richtigen Strategie können Sie Ihre Expertise nutzen und trotzdem die Risiken streuen, die jeder Vermögensinhaber heute im Blick haben sollte.

Weiterführende Informationen

Für eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema empfehle ich Ihnen:

Falls Sie Fragen zu Ihrer spezifischen Situation haben oder eine individuelle Strategie entwickeln möchten, stehe ich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch zur Verfügung.

Über den Autor

Elisabeth Förster

Elisabeth Förster

Leiterin Mandantenbetreuung

Mit 15 Jahren Erfahrung in der Privatbank kennt sie die Sorgen vermögender Familien aus unzähligen Gesprächen.

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