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Vergleiche

Tagesgeld vs. Festgeld
Vergleich und Bewertung

Dr. Katharina Meier
Dr. Katharina Meier · Leiterin Research & Analyse
Vergleiche - Vergleich

Tagesgeld vs. Festgeld – Vergleich und Bewertung

Wenn Sie zwischen Tagesgeld und Festgeld wählen, treffen Sie eine Entscheidung zwischen zwei Varianten desselben grundlegenden Problems: Ihr Vermögen liegt vollständig im Bankensystem, unterliegt der Einlagensicherung und verliert bei anhaltend negativen Realzinsen kontinuierlich an Kaufkraft.

Die Analyse zeigt: Beide Optionen erfüllen heute primär eine Funktion – die kurzfristige Liquiditätshaltung. Als langfristige Vermögensstrategie sind sie strukturell ungeeignet.

Überblick

Tagesgeld und Festgeld unterscheiden sich in vier wesentlichen Dimensionen: Verfügbarkeit, Zinssatz, Planbarkeit und Flexibilität. Doch beide teilen fundamentale Schwächen, die vermögende Privatpersonen zunehmend dazu bewegen, alternative Wege der Vermögensanlage zu erkunden.

Vergleichskriterien

KriteriumTagesgeldFestgeldBewertung
VerfügbarkeitTäglichNach LaufzeitendeTagesgeld flexibler
ZinssatzVariable, meist niedrigerFix, meist höherFestgeld aktuell vorteilhafter
PlanbarkeitGering (Zinsänderungen)Hoch (fester Satz)Festgeld planbarer
InflationsschutzNeinNeinBeide ungeeignet
SystemrisikoHochHochIdentisch problematisch

Detaillierte Analyse

Tagesgeld: Flexibilität mit Zinsrisiko

Vorteile:

  • Tägliche Verfügbarkeit ohne Kündigungsfristen
  • Keine Mindestlaufzeit oder Bindung
  • Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Bank
  • Einfache Kontoeröffnung und -führung

Nachteile:

  • Zinssätze folgen dem Leitzins nach unten
  • Keine Planbarkeit der Erträge
  • Realzinsen seit Jahren negativ
  • Vollständige Abhängigkeit vom Bankensystem

Festgeld: Planbarkeit ohne Flexibilität

Vorteile:

  • Feste Zinssätze über die gesamte Laufzeit
  • Höhere Zinssätze als Tagesgeld (aktuell 3-4% für 2-3 Jahre)
  • Planbare Erträge für die Budgetierung
  • Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Bank

Nachteile:

  • Vorzeitige Kündigung meist unmöglich oder mit Strafzinsen
  • Inflationsrisiko bei längeren Laufzeiten
  • Zinsänderungsrisiko (steigende Zinsen nach Abschluss)
  • Konzentration im Bankensystem

Die strukturellen Probleme beider Optionen

Bei nüchterner Betrachtung offenbaren sowohl Tages- als auch Festgeld drei fundamentale Schwächen, die sie für vermögende Privatpersonen problematisch machen:

1. Inflationsrisiko

Selbst die aktuell attraktiveren Festgeldzinsen von 3-4% liegen bei einer Inflation von 4-6% im negativen Realzinsbereich. Ihr Vermögen verliert kontinuierlich an Kaufkraft – ein schleichender, aber sicherer Vermögensverlust.

2. Systemkonzentration

Beide Varianten konzentrieren Ihr Vermögen vollständig im Bankensystem. Bei systemischen Krisen – wie 2008 oder den aktuellen Bankenproblemen in der Schweiz und den USA – sind Sie vollständig exponiert.

3. Politisches Risiko

Die Einlagensicherung ist eine politische Zusage, keine physische Garantie. Zypern 2013 zeigte, was mit Bankeinlagen in Krisenzeiten passieren kann. Vermögende Sparer waren die ersten, die zur Kasse gebeten wurden.

Alternativen im Vergleich

Im Vergleich über fünf Dimensionen – Liquidität, Inflationsschutz, Systemunabhängigkeit, Portabilität und Diskretion – zeigen sich die Grenzen traditioneller Bankprodukte deutlich:

TagesgeldFestgeldPhysisches GoldAnlage-Diamanten
LiquiditätSehr hochNiedrigHochMittel
InflationsschutzNeinNeinHistorisch bewährtSehr gut
SystemunabhängigkeitNeinNeinVollständigVollständig
PortabilitätDigitalDigitalBegrenztSehr hoch
DiskretionBegrenztBegrenztHochSehr hoch

Die Bewertung verschiedener Alternativen zeigt: Für den Liquiditätsanteil Ihres Vermögens erfüllen Tagesgeld und Festgeld ihren Zweck. Für den langfristigen Vermögensschutz sind sie strukturell ungeeignet.

Für wen eignet sich welche Option?

Tagesgeld ist sinnvoll für:

  • Liquiditätsreserven: 3-6 Monatsausgaben als Notfallreserve
  • Überbrückungszeiten: Zwischenlagerung vor größeren Investitionen
  • Unternehmer: Kurzfristige Betriebsmittel mit unvorhersehbarem Bedarf

Festgeld kann passen für:

  • Planbare Ausgaben: Bekannte Kosten in 1-3 Jahren (Immobilienkauf, Steuernachzahlungen)
  • Konservative Anleger: Die bewusst auf höhere Erträge verzichten zugunsten von Planbarkeit
  • Übergangszeiten: Während der Entwicklung einer längerfristigen Vermögensschutzstrategie

Beide sind ungeeignet für:

  • Vermögensaufbau: Negative Realzinsen verhindern echten Vermögenszuwachs
  • Generationenvermögen: Inflationsverluste akkumulieren über Jahrzehnte dramatisch
  • Systemkritische Personen: Vollständige Abhängigkeit vom Bankensystem

Unsere Einschätzung

Die Evidenz deutet darauf hin, dass die Wahl zwischen Tagesgeld und Festgeld die falsche Frage ist. Die richtige Frage lautet: Welchen Anteil Ihres Vermögens sollten Sie überhaupt in traditionellen Bankprodukten halten?

Unsere Empfehlung basiert auf einer dreigeteilten Struktur:

20-30%: Liquidität im Bankensystem

  • Tagesgeld für kurzfristige Verfügbarkeit
  • Festgeld für planbare mittelfristige Ausgaben
  • Verteilung über mehrere Banken zur Risikominimierung

40-50%: Sachwerte außerhalb des Systems

  • Physisches Gold für bewährten Inflationsschutz
  • Anlage-Diamanten für höchste Wertdichte
  • Weitere Sachwerte je nach Präferenz und Expertise

20-30%: Produktive Anlagen

  • Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, ausgewählte Aktien
  • Fokus auf reale Werte, nicht Finanzmarktprodukte

Die häufigsten Einwände gegen diese Strukturierung – "zu kompliziert", "zu riskant", "zu aufwendig" – lösen sich in der Praxis schnell auf, wenn die Alternativen klar werden.

Fazit: Nutzen Sie Tagesgeld und Festgeld für das, wofür sie geeignet sind – kurzfristige Liquidität und planbare Ausgaben. Aber bauen Sie Ihre langfristige Vermögensstrategie nicht auf Produkten auf, die strukturell Ihr Vermögen erodieren.

Für eine vollständige Analyse verschiedener Vergleichsoptionen und deren Bewertung im Kontext Ihrer individuellen Situation empfehlen wir ein strukturiertes Beratungsgespräch.

Die Zahlen im Überblick (Februar 2026)

KennzahlTagesgeldFestgeld 1JFestgeld 3J
Nominalzins2,0-2,5%2,5-3,0%2,8-3,5%
Realzins (bei 3% Inflation)-1,0% bis -0,5%-0,5% bis 0%-0,2% bis +0,5%
Einlagensicherung100.000€100.000€100.000€

Die unbequeme Wahrheit: Selbst das beste Festgeld schlägt 2026 die Inflation kaum.

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Über den Autor

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Die promovierte Finanzökonomin bringt analytische Strenge in die Bewertung von Sachwerten ein.

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