Vergleiche
Tagesgeld vs. Festgeld
Vergleich und Bewertung


Tagesgeld vs. Festgeld – Vergleich und Bewertung
Wenn Sie zwischen Tagesgeld und Festgeld wählen, treffen Sie eine Entscheidung zwischen zwei Varianten desselben grundlegenden Problems: Ihr Vermögen liegt vollständig im Bankensystem, unterliegt der Einlagensicherung und verliert bei anhaltend negativen Realzinsen kontinuierlich an Kaufkraft.
Die Analyse zeigt: Beide Optionen erfüllen heute primär eine Funktion – die kurzfristige Liquiditätshaltung. Als langfristige Vermögensstrategie sind sie strukturell ungeeignet.
Überblick
Tagesgeld und Festgeld unterscheiden sich in vier wesentlichen Dimensionen: Verfügbarkeit, Zinssatz, Planbarkeit und Flexibilität. Doch beide teilen fundamentale Schwächen, die vermögende Privatpersonen zunehmend dazu bewegen, alternative Wege der Vermögensanlage zu erkunden.
Vergleichskriterien
| Kriterium | Tagesgeld | Festgeld | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Verfügbarkeit | Täglich | Nach Laufzeitende | Tagesgeld flexibler |
| Zinssatz | Variable, meist niedriger | Fix, meist höher | Festgeld aktuell vorteilhafter |
| Planbarkeit | Gering (Zinsänderungen) | Hoch (fester Satz) | Festgeld planbarer |
| Inflationsschutz | Nein | Nein | Beide ungeeignet |
| Systemrisiko | Hoch | Hoch | Identisch problematisch |
Detaillierte Analyse
Tagesgeld: Flexibilität mit Zinsrisiko
Vorteile:
- Tägliche Verfügbarkeit ohne Kündigungsfristen
- Keine Mindestlaufzeit oder Bindung
- Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Bank
- Einfache Kontoeröffnung und -führung
Nachteile:
- Zinssätze folgen dem Leitzins nach unten
- Keine Planbarkeit der Erträge
- Realzinsen seit Jahren negativ
- Vollständige Abhängigkeit vom Bankensystem
Festgeld: Planbarkeit ohne Flexibilität
Vorteile:
- Feste Zinssätze über die gesamte Laufzeit
- Höhere Zinssätze als Tagesgeld (aktuell 3-4% für 2-3 Jahre)
- Planbare Erträge für die Budgetierung
- Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Bank
Nachteile:
- Vorzeitige Kündigung meist unmöglich oder mit Strafzinsen
- Inflationsrisiko bei längeren Laufzeiten
- Zinsänderungsrisiko (steigende Zinsen nach Abschluss)
- Konzentration im Bankensystem
Die strukturellen Probleme beider Optionen
Bei nüchterner Betrachtung offenbaren sowohl Tages- als auch Festgeld drei fundamentale Schwächen, die sie für vermögende Privatpersonen problematisch machen:
1. Inflationsrisiko
Selbst die aktuell attraktiveren Festgeldzinsen von 3-4% liegen bei einer Inflation von 4-6% im negativen Realzinsbereich. Ihr Vermögen verliert kontinuierlich an Kaufkraft – ein schleichender, aber sicherer Vermögensverlust.
2. Systemkonzentration
Beide Varianten konzentrieren Ihr Vermögen vollständig im Bankensystem. Bei systemischen Krisen – wie 2008 oder den aktuellen Bankenproblemen in der Schweiz und den USA – sind Sie vollständig exponiert.
3. Politisches Risiko
Die Einlagensicherung ist eine politische Zusage, keine physische Garantie. Zypern 2013 zeigte, was mit Bankeinlagen in Krisenzeiten passieren kann. Vermögende Sparer waren die ersten, die zur Kasse gebeten wurden.
Alternativen im Vergleich
Im Vergleich über fünf Dimensionen – Liquidität, Inflationsschutz, Systemunabhängigkeit, Portabilität und Diskretion – zeigen sich die Grenzen traditioneller Bankprodukte deutlich:
| Tagesgeld | Festgeld | Physisches Gold | Anlage-Diamanten | |
|---|---|---|---|---|
| Liquidität | Sehr hoch | Niedrig | Hoch | Mittel |
| Inflationsschutz | Nein | Nein | Historisch bewährt | Sehr gut |
| Systemunabhängigkeit | Nein | Nein | Vollständig | Vollständig |
| Portabilität | Digital | Digital | Begrenzt | Sehr hoch |
| Diskretion | Begrenzt | Begrenzt | Hoch | Sehr hoch |
Die Bewertung verschiedener Alternativen zeigt: Für den Liquiditätsanteil Ihres Vermögens erfüllen Tagesgeld und Festgeld ihren Zweck. Für den langfristigen Vermögensschutz sind sie strukturell ungeeignet.
Für wen eignet sich welche Option?
Tagesgeld ist sinnvoll für:
- Liquiditätsreserven: 3-6 Monatsausgaben als Notfallreserve
- Überbrückungszeiten: Zwischenlagerung vor größeren Investitionen
- Unternehmer: Kurzfristige Betriebsmittel mit unvorhersehbarem Bedarf
Festgeld kann passen für:
- Planbare Ausgaben: Bekannte Kosten in 1-3 Jahren (Immobilienkauf, Steuernachzahlungen)
- Konservative Anleger: Die bewusst auf höhere Erträge verzichten zugunsten von Planbarkeit
- Übergangszeiten: Während der Entwicklung einer längerfristigen Vermögensschutzstrategie
Beide sind ungeeignet für:
- Vermögensaufbau: Negative Realzinsen verhindern echten Vermögenszuwachs
- Generationenvermögen: Inflationsverluste akkumulieren über Jahrzehnte dramatisch
- Systemkritische Personen: Vollständige Abhängigkeit vom Bankensystem
Unsere Einschätzung
Die Evidenz deutet darauf hin, dass die Wahl zwischen Tagesgeld und Festgeld die falsche Frage ist. Die richtige Frage lautet: Welchen Anteil Ihres Vermögens sollten Sie überhaupt in traditionellen Bankprodukten halten?
Unsere Empfehlung basiert auf einer dreigeteilten Struktur:
20-30%: Liquidität im Bankensystem
- Tagesgeld für kurzfristige Verfügbarkeit
- Festgeld für planbare mittelfristige Ausgaben
- Verteilung über mehrere Banken zur Risikominimierung
40-50%: Sachwerte außerhalb des Systems
- Physisches Gold für bewährten Inflationsschutz
- Anlage-Diamanten für höchste Wertdichte
- Weitere Sachwerte je nach Präferenz und Expertise
20-30%: Produktive Anlagen
- Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, ausgewählte Aktien
- Fokus auf reale Werte, nicht Finanzmarktprodukte
Die häufigsten Einwände gegen diese Strukturierung – "zu kompliziert", "zu riskant", "zu aufwendig" – lösen sich in der Praxis schnell auf, wenn die Alternativen klar werden.
Fazit: Nutzen Sie Tagesgeld und Festgeld für das, wofür sie geeignet sind – kurzfristige Liquidität und planbare Ausgaben. Aber bauen Sie Ihre langfristige Vermögensstrategie nicht auf Produkten auf, die strukturell Ihr Vermögen erodieren.
Für eine vollständige Analyse verschiedener Vergleichsoptionen und deren Bewertung im Kontext Ihrer individuellen Situation empfehlen wir ein strukturiertes Beratungsgespräch.
Die Zahlen im Überblick (Februar 2026)
| Kennzahl | Tagesgeld | Festgeld 1J | Festgeld 3J |
|---|---|---|---|
| Nominalzins | 2,0-2,5% | 2,5-3,0% | 2,8-3,5% |
| Realzins (bei 3% Inflation) | -1,0% bis -0,5% | -0,5% bis 0% | -0,2% bis +0,5% |
| Einlagensicherung | 100.000€ | 100.000€ | 100.000€ |
Die unbequeme Wahrheit: Selbst das beste Festgeld schlägt 2026 die Inflation kaum.
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Über den Autor

Dr. Katharina Meier
Leiterin Research & Analyse
Die promovierte Finanzökonomin bringt analytische Strenge in die Bewertung von Sachwerten ein.
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