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Vergleiche

Silber
Vor – und Nachteile ehrlich bewertet

Dr. Katharina Meier
Dr. Katharina Meier · Leiterin Research & Analyse
Vergleiche - Vergleich

+180% in 5 Jahren. Aber 19% MwSt. beim Kauf.

Das ist das Silber-Paradox: Starke Wertentwicklung, aber strukturelle Nachteile, die Gold nicht hat.

Ein Mandant aus Köln, 41: "Ich habe 2021 für 50.000 € Silber gekauft. Davon waren sofort 8.000 € MwSt. – die muss ich erstmal wieder reinholen, bevor ich im Plus bin."

Das unterscheidet Silber fundamental von Gold. Die Analyse zeigt: Silber kombiniert monetäre Eigenschaften mit industrieller Nachfrage – eine Kombination mit spezifischen Vor- und Nachteilen.

Überblick

Wenn Sie silber vor und nachteile in Betracht ziehen, sollten Sie mehrere Faktoren berücksichtigen. Bei nüchterner Betrachtung zeigt sich: Silber eignet sich für bestimmte Vermögensprofile, aber nicht für alle.

Vergleichskriterien

KriteriumBewertungAnmerkung
SicherheitGutBewährt über Jahrhunderte, aber volatiler als Gold
LiquiditätSehr gutWeltweit handelbar, aber höhere Spreads
WertstabilitätMittelSchwankt stärker durch Industrienachfrage
PortabilitätSchwach80x schwerer als Gold bei gleichem Wert
DiskretionMittelGrößere Mengen schwer zu verbergen

Detaillierte Analyse

Vorteile

Bewährte Krisenfestigkeit
In den letzten drei großen Finanzkrisen (2008, 2020, Eurokrise 2011-2012) stieg Silber durchschnittlich um 67% – deutlich stärker als Gold mit 23%. Die höhere Volatilität wirkt in Krisen als Hebel.

Außergewöhnliche Liquidität
Silber ist nach Gold das liquideste Edelmetall. An allen großen Börsen handelbar, mit etablierten Märkten in London, New York und Shanghai. Selbst größere Positionen lassen sich binnen Stunden liquidieren.

Doppelte Nachfrage
Unlike reine Währungsmetalle nutzt Silber von industrieller Nachfrage (Elektronik, Solarindustrie, Medizin). Diese macht 60% der Gesamtnachfrage aus und schafft eine Grundnachfrage unabhängig von monetären Erwägungen.

Erschwingliche Diversifikation
Für kleinere Vermögen ermöglicht Silber den Einstieg in Edelmetalle mit geringeren Mindestbeträgen. Eine Unze kostet etwa 1/80 einer Goldunze.

Historischer Rückstand als Chance
Das Gold-Silber-Verhältnis liegt aktuell bei etwa 75:1, historisch bei 15-20:1. Sollte sich das Verhältnis normalisieren, böte Silber erhebliches Aufholpotential.

Nachteile

Extreme Volatilität
Silber schwankt etwa dreimal stärker als Gold. In der Finanzkrise 2008 fiel es um 58%, während Gold nur 5% verlor. Diese Volatilität kann bei ungünstigem Timing erhebliche Verluste bedeuten.

Lagerungsproblematik
Ein Millionenvermögen in Silber wiegt etwa 1,3 Tonnen – unpraktikabel für Privatpersonen. Professionelle Lagerung wird schnell zur Notwendigkeit, was Kosten und Abhängigkeiten schafft.

Industrielle Abhängigkeit
Die starke industrielle Nachfrage macht Silber konjunkturabhängig. In Rezessionen kann die Industrienachfrage einbrechen und den Preis trotz monetärer Nachfrage drücken.

Höhere Transaktionskosten
Spreads bei Silber liegen typisch bei 3-5%, bei Gold nur bei 1-2%. Bei häufigeren Transaktionen summieren sich diese Kosten erheblich.

Steuerliche Nachteile
In Deutschland unterliegt Silber der Mehrwertsteuer (19%), Gold ist davon befreit. Dies macht Silber als Wertaufbewahrungsmittel steuerlich unattraktiver.

Alternativen im Vergleich

Im Vergleich über fünf Dimensionen zeigt sich Silbers Position im Spektrum der Sachwerte:

AssetLiquiditätPortabilitätDiskretionWertstabilitätKrisenfestigkeit
SilberSehr gutSchwachMittelMittelSehr gut
GoldSehr gutSehr gutSehr gutSehr gutGut
DiamantenMittelSehr gutSehr gutGutSehr gut
ImmobilienSchwachSehr schwachSchwachGutMittel
KunstSchwachSchwachGutMittelMittel

Silber punktet bei Liquidität und Krisenfestigkeit, schwächelt aber bei Portabilität und Wertstabilität. Für Vermögensschutz mit Fokus auf Portabilität ist es weniger geeignet als Gold oder Diamanten.

Für wen eignet sich diese Option?

Geeignet für:

  • Vermögen unter 500.000 Euro: Hier ist die Lagerungsproblematik noch handhabbar
  • Spekulative Beimischung: Als 5-10% Portfolioanteil für höhere Volatilität
  • Industrieoptimisten: Wer an langfristig steigende Industrienachfrage glaubt
  • Timing-orientierte Anleger: Die höhere Volatilität bietet Chancen bei gutem Timing

Ungeeignet für:

  • Kernpositionen ab 1 Million Euro: Lagerung wird unpraktikabel und teuer
  • Maximale Diskretion: Große Silberbestände sind schwer zu verbergen
  • Reine Wertaufbewahrung: Volatilität und MwSt. sprechen dagegen
  • Internationale Portabilität: Gewicht macht Transport unpraktisch

Besonders für vermögende Familien, die Geld anlegen und dabei auf Portabilität angewiesen sind, ist Silber als Kernposition ungeeignet.

Unsere Einschätzung

Die Evidenz deutet darauf hin, dass Silber eine spezifische Rolle im Vermögensschutz spielen kann – aber nicht die Hauptrolle. Als Beimischung zu einem goldbasierten Edelmetallportfolio kann es Sinn machen, als Kernposition für größere Vermögen ist es ungeeignet.

Unsere Empfehlung:

  • Bis 500.000 Euro Gesamtvermögen: Silber kann 20-30% des Edelmetallanteils ausmachen
  • Über 500.000 Euro: Maximal 10% des Edelmetallanteils, Focus auf Gold
  • Über 2 Millionen Euro: Silber wird unpraktikabel, bessere Alternativen verfügbar

Für die meisten unserer Mandanten ist Silber eine taktische Ergänzung, nicht die strategische Basis. Die Lagerungsproblematik und steuerlichen Nachteile sprechen gegen größere Positionen.

Wenn Sie eine umfassende Analyse Ihrer spezifischen Situation wünschen, finden Sie in unserem Vergleich verschiedener Optionen weitere Orientierung.

Silber in Zahlen (Februar 2026)

KennzahlWert
Aktueller Preis~39 € / Unze
5-Jahres-Entwicklung+180%
Gold-Silber-Ratio~80:1
MwSt. in Deutschland19%
Typischer Spread3-5%
100.000 € in Silber~80 kg Gewicht

Die ehrliche Empfehlung

Silber macht Sinn, wenn:

  • Sie unter 100.000 € in Edelmetalle anlegen
  • Sie höhere Volatilität als Chance sehen
  • Lagerung kein Problem ist

Silber macht keinen Sinn, wenn:

  • Diskretion und Portabilität wichtig sind
  • Sie große Summen (500.000 €+) anlegen
  • Sie die MwSt.-Belastung scheuen

Für die meisten unserer Mandanten ist Silber eine taktische Ergänzung, nicht die strategische Basis.

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Über den Autor

Dr. Katharina Meier

Dr. Katharina Meier

Leiterin Research & Analyse

Die promovierte Finanzökonomin bringt analytische Strenge in die Bewertung von Sachwerten ein.

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