Vergleiche
Aktien vs. Sachwerte
Was schützt Ihr Vermögen wirklich?


DAX +39% in 2025. Aber auch -39% im Corona-Crash.
Das ist die Realität von Aktien: spektakuläre Gewinne – und genauso spektakuläre Verluste. Manchmal innerhalb weniger Wochen.
Gold dagegen: +128% in fünf Jahren, ohne einen einzigen Crash. Keine Nacht, in der Sie schweißgebadet aufwachen, weil die Märkte eingebrochen sind.
Die Frage "Aktien oder Sachwerte?" ist die falsche Frage. Die richtige Frage lautet: Wie viel Ihres Vermögens darf nachts Achterbahn fahren – und wie viel sollte ruhig schlafen?
Ein Mandant aus Stuttgart, Geschäftsführer eines Zulieferbetriebs, 54, brachte es auf den Punkt: "Meine Aktien sind mein Wachstumsmotor. Meine Sachwerte sind meine Schlaftablette."
Die nackten Zahlen: 2020-2026
Aktien (DAX)
| Jahr | Wertentwicklung | Was passierte |
|---|---|---|
| 2020 | +12,3% | Corona-Crash (-39% zwischenzeitlich), dann V-Erholung |
| 2021 | +7,7% | Post-Covid-Boom |
| 2022 | -18,5% | Ukraine-Krieg, Energiekrise, Inflation |
| 2023 | +23,7% | Erholung, KI-Hype |
| 2024 | +10,5% | Seitwärtsbewegung mit Ausbruch |
| 2025 | +39,0% | Rekordjahr |
| Gesamt | ~+90% | Mit einer Achterbahn dazwischen |
Der MSCI World (globale Aktien) zeigt ein ähnliches Bild – langfristig 9,7% pro Jahr im Durchschnitt seit 1975.
Sachwerte (Gold)
| Jahr | Wertentwicklung | Was passierte |
|---|---|---|
| 2020 | +14,3% | Safe Haven während Corona |
| 2021 | -3,5% | Korrektur |
| 2022 | +6,1% | Krisennachfrage |
| 2023 | +10,2% | Zentralbankkäufe |
| 2024 | +27,4% | Geopolitische Spannungen |
| 2025 | +64,5% | Rekordjahr, Allzeithoch |
| Gesamt | +128,5% | Ohne einen einzigen Crash |
Die entscheidende Beobachtung: Gold hatte in diesen sechs Jahren nur ein einziges negatives Jahr (-3,5% in 2021). Der DAX hatte 2022 einen Verlust von -18,5%.
Was passiert, wenn es kracht?
Hier wird der Unterschied existenziell. Schauen wir uns die großen Krisen an:
Corona-Crash (Februar/März 2020)
| Anlage | Maximaler Verlust | Erholungsdauer |
|---|---|---|
| DAX | -39% | 11 Monate |
| MSCI World | -30% | 6 Monate |
| Gold | -12% | 2 Monate |
Eine Ärztin aus München, 58, erzählte mir von diesem Zeitraum: "Ich hatte 800.000 Euro in ETFs. Innerhalb von vier Wochen waren es noch 500.000. Auf dem Papier. Ich wusste, dass ich nicht verkaufen sollte, aber die Panik war real. Drei Wochen habe ich kaum geschlafen."
Sie hat gehalten. Ihr Portfolio hat sich erholt. Aber die Erfahrung hat sie verändert.
"Seitdem habe ich 200.000 in Gold und Diamanten. Nicht weil ich glaube, dass das mehr Ertrag bringt. Sondern weil ich weiß, dass dieser Teil meines Vermögens nicht in vier Wochen um 40% fallen kann."
Finanzkrise 2008
| Anlage | Maximaler Verlust | Erholungsdauer |
|---|---|---|
| DAX | -55% | 5 Jahre |
| MSCI World | -54% | 5 Jahre |
| Gold | +5,8% | – (kein Verlust) |
Während Aktienanleger die Hälfte ihres Vermögens verloren, legte Gold zu. Das ist kein Zufall – das ist die Funktion von Sachwerten.
Ukraine-Krise 2022
| Anlage | Jahres-Wertentwicklung |
|---|---|
| DAX | -18,5% |
| MSCI World | -18,1% |
| Gold | +6,1% |
Wieder das gleiche Muster: Wenn Aktien fallen, halten Sachwerte.
Der fundamentale Unterschied: System vs. Substanz
Warum verhalten sich Aktien und Sachwerte so unterschiedlich? Die Antwort liegt in ihrer Natur:
Aktien sind Systemwerte. Sie existieren innerhalb des Finanzsystems. Ihr Wert hängt ab von:
- Funktionierenden Börsen
- Vertrauen in Unternehmen
- Stabilität des Bankensystems
- Liquidität im Markt
Wenn eines dieser Elemente wackelt, fallen alle Aktien. Das nennt man Korrelation – in Krisen bewegen sich alle Aktien in die gleiche Richtung: nach unten.
Sachwerte sind Substanzwerte. Sie existieren unabhängig vom System. Gold ist Gold, egal ob die Börsen offen oder geschlossen sind. Ein Diamant behält seinen Wert, auch wenn Banken pleite gehen.
Ein Steuerberater aus Frankfurt, 61, der die Finanzkrise 2008 miterlebt hat, fasste es so zusammen: "Ich hatte damals alles in Aktien und Immobilienfonds. Innerhalb eines Jahres war die Hälfte weg. Seitdem halte ich immer mindestens 30% in physischen Werten. Nicht weil ich pessimistisch bin – sondern weil ich realistisch bin."
Der Vergleich: Acht Dimensionen
| Kriterium | Aktien | Sachwerte |
|---|---|---|
| Langfristiger Ertrag | 7-9% p.a. (historisch) | 3-5% p.a. (Gold langfristig) |
| Volatilität | Hoch (20-30% Schwankung/Jahr normal) | Niedrig bis mittel |
| Crashverhalten | Stark negativ korreliert mit Krisen | Oft positiv korreliert mit Krisen |
| Liquidität | Sehr hoch (Sekunden) | Mittel (Tage bis Wochen) |
| Laufende Erträge | Ja (Dividenden, 2-4%) | Nein (außer Mietimmobilien) |
| Systemabhängigkeit | Hoch | Keine |
| Inflationsschutz | Mittel (Unternehmen können Preise erhöhen) | Hoch (historisch bewiesen) |
| Physische Kontrolle | Nein (nur Depotauszug) | Ja (Sie halten es in der Hand) |
Die Psychologie: Warum Sachwerte Ihnen helfen, Aktien zu halten
Hier ist ein Paradox, das wir in unserer Beratungspraxis immer wieder sehen:
Menschen mit Sachwerten verkaufen ihre Aktien seltener im Crash.
Warum? Weil sie wissen, dass ein Teil ihres Vermögens sicher ist. Das gibt ihnen die psychologische Stabilität, den Aktienanteil durch Krisen hindurch zu halten.
Ein Unternehmer aus Hamburg, 52, beschrieb es so: "Im März 2020, als alles abstürzte, habe ich nicht verkauft. Wissen Sie warum? Weil ich wusste, dass 300.000 Euro in Gold in meinem Tresor liegen. Was auch immer passiert – dieser Teil ist sicher. Das hat mir erlaubt, bei meinen Aktien rational zu bleiben."
Die Ironie: Wer Sachwerte hält, hat oft mehr Vorteile von Aktien. Weil er sie nicht im schlimmsten Moment verkauft.
Für wen Aktien die bessere Wahl sind
1. Vermögensaufbau unter 40
Wenn Sie jung sind und Vermögen aufbauen wollen, sind Aktien unschlagbar. Zeit heilt alle Crashs – über 15-20 Jahre hat der MSCI World noch nie Verlust gemacht.
2. Hohes Einkommen, geringe Vermögenssubstanz
Wenn Ihr Einkommen hoch ist und Sie gerade erst anfangen zu investieren, brauchen Sie Wachstum. Sachwerte kommen später.
3. Emotionale Stabilität in Krisen
Manche Menschen können einen -40% Crash aussitzen, ohne nervös zu werden. Wenn Sie dazu gehören, können Sie einen höheren Aktienanteil halten.
4. Liquiditätsbedarf
Wenn Sie möglicherweise kurzfristig auf Ihr Vermögen zugreifen müssen, sind Aktien-ETFs besser als Diamanten.
Für wen Sachwerte die bessere Wahl sind
1. Vermögensschutz über 50
Ab einem gewissen Alter wird Kapitalerhalt wichtiger als Kapitalwachstum. Sie haben nicht mehr 20 Jahre, um einen Crash auszusitzen.
2. Bereits substanzielles Vermögen (500k+)
Wer bereits eine halbe Million oder mehr hat, kann es sich nicht leisten, 40% in einem Crash zu verlieren. Das sind 200.000 Euro – reales Geld, nicht Prozente.
3. Unternehmer und Selbstständige
Wenn Ihr Einkommen von einem Unternehmen abhängt, sind Sie bereits "long" auf die Wirtschaft. Sachwerte diversifizieren dieses Risiko.
4. Sorge vor Systemrisiken
Wer politische, wirtschaftliche oder finanzielle Instabilität fürchtet, braucht Vermögen außerhalb des Systems.
5. Erbschaftsplanung
Sachwerte lassen sich diskret und flexibel übertragen. Manchmal einfacher als Depots.
Die optimale Mischung: Unsere Empfehlungen
Nach hunderten von Beratungsgesprächen haben sich bestimmte Strukturen als sinnvoll erwiesen:
Unter 40, Vermögensaufbau
| Kategorie | Anteil |
|---|---|
| Aktien (ETFs) | 80-90% |
| Sachwerte (Gold) | 10-20% |
Fokus auf Wachstum. Ein kleiner Sachwert-Anteil als "Stabilitätsanker".
40-55, Vermögenskonsolidierung
| Kategorie | Anteil |
|---|---|
| Aktien | 60-70% |
| Sachwerte | 30-40% |
Wachstum bleibt wichtig, aber Schutz gewinnt an Bedeutung.
Über 55, Vermögensschutz
| Kategorie | Anteil |
|---|---|
| Aktien | 40-60% |
| Sachwerte | 40-60% |
Kapitalerhalt wird Priorität. Ein größerer Crash kurz vor oder nach Renteneintritt kann verheerend sein.
Hohes Vermögen (2M+), jedes Alter
| Kategorie | Anteil |
|---|---|
| Aktien | 40-50% |
| Sachwerte | 30-40% |
| Alternative Anlagen | 10-20% |
Ab dieser Größenordnung geht es nicht mehr nur um Erträge. Es geht um Erhalt, Diversifikation und Unabhängigkeit.
Der Fehler, den die meisten machen
Der häufigste Fehler: Sachwerte erst kaufen, wenn die Krise da ist.
Im März 2020 war Gold ausverkauft. Wörtlich. Händler hatten keine Ware mehr. Die Spreads explodierten auf 10-15%. Wer in der Panik kaufen wollte, zahlte einen massiven Aufpreis – wenn er überhaupt etwas bekam.
Sachwerte kauft man, wenn man sie nicht braucht. Wenn die Märkte ruhig sind. Wenn die Preise fair sind. Dann sind sie da, wenn man sie braucht.
Ein Rechtsanwalt aus Düsseldorf, spezialisiert auf Insolvenzrecht, sagte mir: "Ich sehe jeden Tag Menschen, die sich wünschten, sie hätten vorgesorgt. Die beste Zeit, Sachwerte zu kaufen, war vor zehn Jahren. Die zweitbeste Zeit ist heute."
Was bedeutet das konkret für Sie?
Nehmen wir ein Beispiel: Sie sind 52, haben 1 Million Euro liquides Vermögen, und fragen sich, wie Sie es strukturieren sollen.
Aktuelle Situation (typisch):
- 700.000 € in Aktien-ETFs (MSCI World, DAX)
- 200.000 € auf Festgeld
- 100.000 € auf Tagesgeld
Risiko: Bei einem -40% Crash verlieren Ihre Aktien 280.000 €. Ihre Festgelder bringen bei 2,1% Inflation real nichts.
Alternative Struktur:
- 500.000 € in Aktien-ETFs (50%)
- 150.000 € in Gold (15%)
- 150.000 € in Diamanten (15%)
- 200.000 € in Festgeld/Tagesgeld (20%)
Was ändert sich?
- Bei einem -40% Crash verlieren Sie 200.000 € statt 280.000 €
- Gold und Diamanten steigen typischerweise in Krisen
- Sie haben Vermögen außerhalb des Bankensystems
- Sie schlafen besser
Die 200.000 € Aktien weniger? Kosten Sie langfristig vielleicht 2% Ertrag pro Jahr. Der Schutz und die Diversifikation? Unbezahlbar.
Häufige Einwände
"Aber Aktien haben langfristig den besten Ertrag!"
Stimmt. Über 20+ Jahre schlagen Aktien fast alles. Aber: Können Sie 20 Jahre warten? Brauchen Sie das Geld vielleicht vorher? Können Sie einen -40% Crash emotional durchstehen, ohne zu verkaufen?
Der beste Ertrag bringt nichts, wenn Sie im Crash verkaufen. Studien zeigen: Der durchschnittliche Anleger erzielt nur 3-4% Ertrag – weil er zum falschen Zeitpunkt kauft und verkauft.
"Sachwerte bringen keine Dividende!"
Korrekt. Aber sie bringen auch keine Crashs. Die Frage ist: Wofür ist dieses Geld gedacht? Wachstum (→ Aktien) oder Schutz (→ Sachwerte)?
"Gold ist doch auch volatil!"
Weniger als Sie denken. Gold schwankt, aber es crasht selten. In den letzten 50 Jahren gab es keine Phase, in der Gold mehr als 25% verloren hat. Bei Aktien sind -50% keine Seltenheit.
"Das ist doch Angstmacherei!"
Wir verkaufen keine Angst. Wir verkaufen Schlaf. Die Frage ist nicht, ob die nächste Krise kommt – die Frage ist nur wann. Wer vorbereitet ist, hat nichts zu fürchten.
Ihr nächster Schritt
Sie haben jetzt ein klareres Bild davon, wie Aktien und Sachwerte zusammenspielen – und warum beides seinen Platz hat.
Der nächste Schritt: Ein Gespräch über Ihre konkrete Situation.
Was wir besprechen:
- Ihre aktuelle Vermögensstruktur
- Ihre Ziele (Wachstum vs. Schutz)
- Ihre Risikobereitschaft (und -fähigkeit)
- Eine mögliche optimierte Struktur
Kein Verkaufsdruck. Keine Verpflichtung. Etwa 30 Minuten für Klarheit.
Weiterführende Artikel
Über den Autor

Dr. Katharina Meier
Leiterin Research & Analyse
Die promovierte Finanzökonomin bringt analytische Strenge in die Bewertung von Sachwerten ein.
Bereit für den nächsten Schritt?
Ein unverbindliches Gespräch zeigt, ob und wie wir Ihnen helfen können.
Gespräch anfragen