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Geld anlegen

Was sind Sachwerte? Die Grundlagen für intelligenten Vermögensschutz

Dr. Markus Hartmann
Dr. Markus Hartmann · Leiter Vermögensstrategie
Geld anlegen - Titelbild

Das Geldvermögen der deutschen Privathaushalte liegt Anfang 2026 bei 10,5 Billionen Euro. Eine Rekordmarke, die sich nach stolzem Erfolg anhört. Aber schauen Sie genauer hin.

Der Großteil dieses Vermögens liegt in Bankeinlagen, Versicherungsansprüchen und Anleihen. In Zahlungsversprechen. In Ziffern auf Bildschirmen.

Ein Unternehmensberater aus Köln, 49, kam vor drei Monaten zu uns. 1,8 Millionen auf verschiedenen Konten verteilt. "Ich bin breit diversifiziert", sagte er stolz. Drei verschiedene Banken, zwei Versicherungen, ein Depot mit Anleihen-ETFs.

Ich fragte ihn: "Was davon würde noch existieren, wenn morgen alle Banken schließen?"

Stille.

Das ist der Unterschied zwischen Geldwerten und Sachwerten. Und der Grund, warum Sie diesen Unterschied verstehen sollten.

Die Grundformel: Substanz vs. Versprechen

Es gibt zwei fundamentale Kategorien von Vermögenswerten:

Geldwerte basieren auf Versprechen. Jemand schuldet Ihnen etwas:

  • Die Bank verspricht, Ihnen Ihr Guthaben auszuzahlen
  • Der Staat verspricht, die Anleihe zurückzuzahlen
  • Die Versicherung verspricht, im Alter zu leisten

Sachwerte sind Substanz. Sie gehören Ihnen direkt:

  • Gold in Ihrem Tresor ist Gold – egal was passiert
  • Eine Immobilie steht da, auch wenn die Bank pleite geht
  • Ein Diamant in Dubai ist Ihr Eigentum, ohne Gegenparteirisiko

Der entscheidende Begriff ist Gegenparteirisiko. Bei jedem Geldwert hängt Ihr Vermögen von der Zahlungsfähigkeit und dem guten Willen eines Dritten ab. Bei Sachwerten nicht.

Wie sich Geldwerte und Sachwerte in Krisen verhalten

SzenarioGeldwerteSachwerte
Normale ZeitenFunktionierenFunktionieren
5% InflationVerlieren real 2-3%/JahrHalten tendenziell mit
BankenkriseEinlagensicherung bis 100kUnabhängig vom System
WährungsreformKönnen entwertet werdenBehalten intrinsischen Wert
StaatsbankrottAnleihen werden wertlosPhysisches Eigentum bleibt

Ein pensionierter Richter aus Frankfurt, 67, erzählte mir von seinem Vater. Der hatte 1948 sein gesamtes Erspartes in Reichsmark-Anleihen. Nach der Währungsreform: praktisch wertlos. Die Nachbarin, die in Goldmünzen gespart hatte? Die kaufte sich ein Haus.

Das war der Moment, in dem ich verstand. Versprechen können gebrochen werden. Substanz bleibt.

Pensionierter Richter, 67, Frankfurt

Die wichtigsten Sachwert-Kategorien

Edelmetalle (Gold, Silber, Platin)

Gold ist der Klassiker. Im Februar 2026 liegt der Preis bei etwa 127 Euro pro Gramm – ein Allzeithoch. Eine Unze (31,1 Gramm) kostet rund 3.800 Euro.

Vorteile:

  • Weltweit anerkannt und handelbar
  • 5.000 Jahre Wertgeschichte
  • Hochliquide (Verkauf innerhalb von Stunden möglich)
  • Keine Gegenpartei

Nachteile:

  • Keine laufenden Erträge
  • Lagerung und Versicherung kosten
  • Bei großen Summen: Gewicht und Volumen werden relevant
  • Preisschwankungen kurzfristig möglich

Immobilien

Der deutsche Lieblings-Sachwert. 5,8 Millionen private Vermieter gibt es hierzulande.

Vorteile:

  • Mieteinnahmen als laufender Ertrag
  • Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten
  • Inflationsschutz durch Mietanpassung
  • Psychologisch "greifbar"

Nachteile:

  • Hohes Einstiegskapital (200.000+ Euro)
  • Illiquide (Verkauf dauert Monate)
  • Klumpenrisiko (Standortabhängigkeit)
  • Regulatorische Risiken (Mietpreisbremse, Grundsteuer, Sanierungspflichten)
  • Laufende Kosten und Verwaltungsaufwand

Hochwertige Farbedelsteine und Anlage-Diamanten

Die diskreteste Form der Wertaufbewahrung. 500.000 Euro passen in eine Hosentasche.

Vorteile:

  • Extreme Wertdichte (500k in 50 Gramm)
  • Weltweit handelbar (Dubai, Antwerpen, Zürich, Tel Aviv)
  • Keine Meldepflichten bei physischem Besitz
  • Kein Gegenparteirisiko

Nachteile:

  • Fachwissen erforderlich (Zertifizierung wichtig)
  • Weniger liquide als Gold (2-6 Wochen Verkaufsdauer)
  • Mindestinvestition 50.000+ Euro für Anlagequalität
  • Kein transparenter Börsenpreis

Alternative Sachwerte

Weitere Kategorien mit spezialisierten Märkten:

  • Uhren (Patek Philippe Nautilus, Rolex Daytona): Sammlermärkte, erfordern Expertise
  • Kunst: Hohe Transaktionskosten, Fälschungsrisiko, subjektive Bewertung
  • Oldtimer: Leidenschaftsobjekte, hohe laufende Kosten
  • Wein: Lagerung kritisch, Markt für Spezialisten

Diese Kategorien eignen sich nur für Anleger mit entsprechendem Fachwissen und Interesse. Als reine Vermögenssicherung sind sie den Kernkategorien (Edelmetalle, Immobilien, Edelsteine) unterlegen.

Geldwerte vs. Sachwerte im direkten Vergleich

KriteriumGeldwerteSachwerte
GegenparteirisikoJaNein
InflationsschutzSchwachStark
LiquiditätSehr hochMittel bis niedrig
Laufende ErträgeJa (Zinsen)Nur bei Immobilien
StaatszugriffLeichtSchwieriger
TransportierbarNur digitalPhysisch möglich
MindestinvestitionNiedrigMittel bis hoch

Ein Zahnarzt aus Düsseldorf, 54, mit dem wir arbeiten, beschrieb es so: "Mein Festgeld ist mein Betriebskapital. Meine Sachwerte sind meine Versicherung. Beides hat seinen Platz."

Das ist die richtige Denkweise. Es geht nicht um entweder-oder, sondern um die richtige Balance.

Die Sachwert-Quote: Wie viel ist richtig?

In unserer Beratungspraxis sehen wir, dass die meisten Menschen zu wenig Sachwerte halten.

Typische Ist-Situation bei neuen Mandanten:

  • 70-90% Geldwerte (Konten, Versicherungen, Anleihen)
  • 10-30% Sachwerte (meist nur Immobilie)
  • 0% mobile Sachwerte außerhalb des Bankensystems

Was wohlhabende Familien anders machen:

  • 40-50% Geldwerte (für Liquidität und Ertrag)
  • 50-60% Sachwerte (für Substanz und Schutz)
  • Davon mindestens 20% in mobilen Sachwerten (Gold, Edelsteine)

Wir haben den Ersten Weltkrieg überlebt, die Hyperinflation, den Zweiten Weltkrieg, die Währungsreform. Was geblieben ist, war nie das Papiergeld.

Familienunternehmer, 3. Generation, Baden-Württemberg

Warum die meisten Berater keine Sachwerte empfehlen

Eine unbequeme Wahrheit: Ihr Bankberater verdient kein Geld, wenn Sie Gold kaufen und im Schließfach lagern. Ihre Versicherung verdient kein Geld, wenn Sie Diamanten statt einer Rentenversicherung kaufen.

Das Geschäftsmodell der Finanzbranche basiert darauf, Ihr Geld zu verwalten. Sachwerte entziehen sich dieser Verwaltung.

Was Sie niemals von Ihrer Bank hören werden:

  • "Vielleicht sollten Sie 100.000 Euro in Gold außerhalb unseres Systems lagern"
  • "Eine Vermögenssicherung in Dubai könnte für Sie sinnvoll sein"
  • "Anlage-Diamanten sind für Ihre Situation interessant"

Drei Fragen zur Selbstprüfung

Was würde passieren, wenn morgen alle Banken für zwei Wochen schließen?

Zypern 2013 hat gezeigt, dass das keine Theorie ist. Konten wurden eingefroren, Abhebungen limitiert, größere Guthaben "besteuert". Könnten Sie zwei Wochen überbrücken?

Wie viel Ihres Vermögens ist "Bildschirmvermögen"?

Alles, was nur als Zahl auf einem Bildschirm existiert, ist von funktionierenden Systemen abhängig. Von Banken, Versicherungen, Staaten. Wenn diese Systeme unter Druck geraten – was bleibt dann übrig?

Haben Sie jemals einen Sachwert in der Hand gehalten?

Es klingt banal, aber der psychologische Unterschied ist real. Ein Goldbarren in der Hand zu halten ist anders als einen Kontostand zu lesen. Viele unserer Mandanten beschreiben diesen Moment als "Aha-Erlebnis".

Der Azar Wealth Ansatz

Wir verkaufen keine Produkte. Wir strukturieren Vermögen.

Analyse: Bevor wir über Sachwerte sprechen, wollen wir verstehen: Wie ist Ihr Vermögen aktuell aufgeteilt? Welche Risiken haben Sie bewusst – und welche unbewusst?

Qualität: Bei Edelsteinen arbeiten wir ausschließlich mit GIA-zertifizierten Steinen. Bei Gold mit LBMA-zertifizierten Barren und Münzen. Keine Kompromisse.

Lagerung: Sachwerte im Bankschließfach sind besser als keine Sachwerte. Aber sie sind immer noch im Bankensystem. Wir zeigen Optionen für Lagerung außerhalb des Systems – legal, dokumentiert, aber unabhängig.

Horizont: Sachwerte sind keine Spekulation. Sie sind Versicherung. Wir arbeiten mit Menschen, die in Jahrzehnten denken, nicht in Quartalen.

Häufige Einwände

"Sachwerte bringen keinen Ertrag" – Stimmt teilweise. Gold zahlt keine Dividende. Aber der Zweck von Sachwerten ist nicht Ertrag. Es ist Werterhalt. Das sind zwei verschiedene Ziele.

"Gold kann man nicht essen" – Auch korrekt. Aber Geld auf dem Konto können Sie auch nicht essen. Der Unterschied: Gold können Sie gegen Essen tauschen, auch wenn das Bankensystem nicht funktioniert.

"Das klingt nach Weltuntergangs-Denken" – Es geht nicht um den Weltuntergang. Es geht um normale Risiken, die regelmäßig eintreten: Inflation, Bankkrisen, Währungsreformen. Das 20. Jahrhundert hatte davon reichlich.

"Ich habe nicht genug Vermögen" – Ab etwa 100.000 Euro macht eine Sachwert-Beimischung Sinn. Darunter konzentrieren Sie sich besser auf Vermögensaufbau.

Eine Beispiel-Struktur

Für ein liquides Vermögen von 1 Million Euro würden wir typischerweise diese Struktur diskutieren:

KategorieAnteilFunktion
Liquiditätsreserve15%Notfälle, kurzfristige Ausgaben
Produktive Anlagen40%Ertrag (Aktien, Anleihen, vermietete Immobilien)
Physisches Gold15%Basis-Absicherung, hohe Liquidität
Anlage-Diamanten15%Wertdichte, geografische Diversifikation
Immobilie15%Wohnwert, Sachwert

Das ist keine Empfehlung für jeden. Es ist ein Ausgangspunkt für ein Gespräch über Ihre konkrete Situation.

Nächster Schritt

Der nächste Schritt: Ein unverbindliches Gespräch, in dem wir Ihre konkrete Situation analysieren.

  1. Sie beschreiben Ihre aktuelle Vermögensstruktur
  2. Wir zeigen, wo Ihre Risiken liegen könnten
  3. Sie erfahren, ob Sachwerte für Sie überhaupt relevant sind
  4. Kein Verkaufsdruck, keine Verpflichtung

Etwa 30% raten wir aktiv von einer Zusammenarbeit ab – weil die Situation andere Lösungen erfordert.

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Über den Autor

Dr. Markus Hartmann

Dr. Markus Hartmann

Leiter Vermögensstrategie

Berät Unternehmerfamilien seit über 20 Jahren zu Fragen der generationenübergreifenden Vermögenssicherung.

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