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Geld anlegen

Erspartes anlegen 2025
Ein Überblick

Dr. Markus Hartmann
Dr. Markus Hartmann · Leiter Vermögensstrategie
Geld anlegen - Titelbild

Erspartes anlegen 2025 – Ein Überblick

Was Sie wissen sollten

Erspartes anlegen 2025 bedeutet mehr als die Auswahl zwischen Aktien und Anleihen. Es bedeutet, die strukturellen Veränderungen im Finanzsystem zu verstehen und darauf basierend eine Vermögensstrategie zu entwickeln, die auch ungewöhnlichen Stressszenarien standhält.

Die wichtigsten Punkte

  1. Struktureller Wandel – Das Finanzsystem durchläuft fundamentale Veränderungen
  2. Diversifikation neu gedacht – Warum traditionelle Portfolios möglicherweise nicht ausreichen
  3. Langfristige Perspektive – Vermögensaufbau über Generationen betrachtet

Hintergrund: Die Lage 2025 aus historischer Sicht

Die Geschichte lehrt uns, dass Perioden außergewöhnlicher Geldpolitik selten ohne Konsequenzen bleiben. Was wir seit 2008 erleben – Nullzinsen, Quantitative Easing, massive Staatsverschuldung – hat historische Parallelen, aber auch einzigartige Eigenschaften.

Die strukturellen Herausforderungen

Währungssystem unter Druck: Seit der Aufhebung des Goldstandards 1971 basiert unser Währungssystem auf Vertrauen. Dieses Vertrauen wird durch anhaltende Defizite und die Politisierung der Geldpolitik zunehmend strapaziert.

Demographischer Wandel: Die Alterung der Gesellschaft führt zu strukturellen Veränderungen in Angebot und Nachfrage nach Kapital. Gleichzeitig steigen die Sozialausgaben, was den Druck auf die öffentlichen Haushalte erhöht.

Geopolitische Fragmentierung: Die multipolare Weltordnung führt zu einer Fragmentierung der Finanzmärkte. Was früher als "sicherer Hafen" galt, kann in einer fragmentierten Welt schnell seine Funktion verlieren.

Was das für Ihr Erspartes bedeutet

Aus struktureller Sicht stehen wir vor einem Paradigmenwechsel. Die Annahmen, auf denen traditionelle Anlagestrategien basieren – stabile Währungen, funktionierende Märkte, verlässliche Institutionen – sind nicht mehr selbstverständlich.

Das bedeutet nicht, dass das System morgen zusammenbricht. Es bedeutet, dass eine rein traditionelle Herangehensweise an Geld anlegen möglicherweise nicht ausreicht, um Vermögen über verschiedene Szenarien hinweg zu bewahren.

Traditionelle Ansätze und ihre Grenzen

Das Standard-Portfolio

Die meisten Finanzberater empfehlen eine Mischung aus:

  • Aktien (für Wachstum)
  • Anleihen (für Stabilität)
  • Immobilien (als Inflationsschutz)
  • Etwas Liquidität

Dieser Ansatz funktionierte jahrzehntelang gut – in einem stabilen monetären Umfeld mit vorhersagbaren Zyklen.

Die neuen Risiken

Korrelationsrisiko: In Stresssituationen steigen die Korrelationen zwischen verschiedenen Anlageklassen dramatisch an. Was als "diversifiziert" galt, bewegt sich plötzlich in die gleiche Richtung.

Systemrisiko: Alle traditionellen Anlagen sind Teil desselben Finanzsystems. Bei systemischen Problemen bieten sie keinen echten Schutz.

Währungsrisiko: Auch "sichere" Anlagen wie Staatsanleihen sind Währungsanlagen. Bei Vertrauensverlust in die Währung hilft auch die beste Bonität nicht.

Politisches Risiko: Vermögenswerte, die im System registriert sind, können politischen Eingriffen unterliegen – von Steuern bis hin zu Kapitalkontrollen.

Ein erweitertes Verständnis von Diversifikation

Über Generationen betrachtet zeigt sich: Wahre Diversifikation bedeutet nicht nur verschiedene Anlageklassen, sondern verschiedene Systeme.

Die drei Säulen der Vermögenssicherung

Säule 1: Systemische Anlagen Traditionelle Anlagen innerhalb des Finanzsystems. Diese bilden weiterhin das Fundament für Liquidität und Wachstum.

Säule 2: Systemunabhängige Sachwerte Vermögenswerte, die außerhalb des Finanzsystems existieren und ihren Wert auch bei systemischen Problemen behalten können. Dazu gehören physisches Gold, andere Edelmetalle, und unter bestimmten Umständen auch Immobilien.

Säule 3: Portable Werte Vermögenswerte, die nicht nur systemunabhängig, sondern auch hochgradig portabel sind. Diese Kategorie wird oft übersehen, kann aber in bestimmten Szenarien entscheidend sein.

Warum sichere Geldanlage neu definiert werden muss

Sicherheit ist nicht absolut, sondern relativ zu den Risiken, gegen die Sie sich absichern möchten. Ein Sparbuch ist "sicher" gegen Kursschwankungen, aber nicht gegen Inflation oder Währungsreformen.

Der langfristige Trend zeigt: Je komplexer und vernetzter das Finanzsystem wird, desto wichtiger werden einfache, fundamentale Werte als Ergänzung.

Praktische Umsetzung für 2025

Schritt 1: Bestandsaufnahme

Analysieren Sie Ihr aktuelles Vermögen nach Systemabhängigkeit:

  • Wie viel Prozent sind im traditionellen Finanzsystem?
  • Wie liquide müssen Sie bleiben?
  • Welche Szenarien würden Ihr Vermögen am stärksten treffen?

Schritt 2: Strategische Allokation

Für vermögende Privatpersonen hat sich folgende Grundstruktur bewährt:

  • 60-70%: Traditionelle, liquide Anlagen für laufende Bedürfnisse und Wachstum
  • 20-30%: Systemunabhängige Sachwerte als Versicherung
  • 5-10%: Hochportable Werte für extreme Szenarien

Diese Aufteilung ist nicht dogmatisch, sondern sollte an Ihre persönliche Situation angepasst werden.

Schritt 3: Implementierung

Bei traditionellen Anlagen: Fokus auf Qualität und Diversifikation über Regionen und Währungen. Vermeiden Sie Klumpenrisiken.

Bei Sachwerten: Beginnen Sie mit dem Bekannten – physisches Gold ist der Einstieg in systemunabhängige Werte. Erwägen Sie professionelle Lagerung für größere Mengen.

Bei portablen Werten: Diese Kategorie erfordert besondere Expertise. Alternativen zu traditionellen Anlagen sollten sorgfältig evaluiert werden.

Schritt 4: Laufende Anpassung

Eine einmal getroffene Allokation ist nicht in Stein gemeißelt. Überprüfen Sie regelmäßig:

  • Haben sich die strukturellen Rahmenbedingungen verändert?
  • Entspricht die Gewichtung noch Ihren Zielen?
  • Gibt es neue Optionen, die früher nicht verfügbar waren?

Die Rolle von Beratung

Die Komplexität moderner Vermögensstrategien macht professionelle Beratung wertvoller denn je. Aber nicht jede Beratung ist gleich.

Worauf Sie achten sollten

Systemisches Verständnis: Ihr Berater sollte die strukturellen Zusammenhänge verstehen, nicht nur einzelne Produkte verkaufen.

Historische Perspektive: Krisen kommen und gehen. Ein Berater mit langfristiger Sichtweise kann helfen, kurzfristige Schwankungen in den richtigen Kontext zu setzen.

Unabhängigkeit: Echte Beratung bedeutet, dass alle Optionen auf dem Tisch liegen – auch die, die keine Provision generieren.

Transparenz: Sie sollten verstehen, warum bestimmte Empfehlungen gemacht werden und welche Risiken damit verbunden sind.

Häufige Fragen

"Ist das nicht zu pessimistisch?"

Vermögensschutz bedeutet nicht, sich vor unwahrscheinlichen Szenarien zu fürchten. Es bedeutet, die Struktur Ihres Vermögens so zu gestalten, dass sie verschiedenen Stressszenarien standhält. Das ist nicht pessimistisch, sondern pragmatisch.

"Wie viel sollte in alternative Anlagen?"

Das hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Als Faustregel: So viel, dass Sie ruhig schlafen können, aber nicht so viel, dass es Ihre Liquidität oder Ihr Wachstumspotenzial einschränkt. Für die meisten vermögenden Privatpersonen liegt der Anteil zwischen 20-40%.

"Ist Gold nicht veraltet?"

Gold ist 5.000 Jahre alt – und genau das ist seine Stärke. Es hat Währungsreformen, Kriege, und Systemwechsel überlebt. Moderne Alternativen können Gold ergänzen, aber nicht ersetzen.

"Was ist mit Kryptowährungen?"

Kryptowährungen sind interessant als technologische Innovation, aber noch zu jung und volatil, um als Kernbaustein einer Vermögensstrategie zu dienen. Sie können eine kleine Beimischung sein, sollten aber nicht mit bewährten Sachwerten verwechselt werden.

"Wie erkenne ich seriöse Anbieter?"

Seriöse Anbieter zeichnen sich aus durch: Transparente Preisgestaltung, nachvollziehbare Lagerlösungen, langjährige Marktpräsenz, und die Bereitschaft, auch von einem Kauf abzuraten, wenn es nicht passt.

Fazit: Vermögen für die nächste Dekade positionieren

Erspartes anlegen 2025 erfordert ein Umdenken. Die Strategien, die in den letzten Jahrzehnten funktioniert haben, sind nicht automatisch die besten für die kommenden Jahre.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  1. Strukturelle Veränderungen im Finanzsystem erfordern eine erweiterte Sichtweise auf Diversifikation
  2. Wahre Sicherheit entsteht durch Streuung über verschiedene Systeme, nicht nur verschiedene Anlageklassen
  3. Professionelle Beratung wird wichtiger, aber die Qualität der Beratung entscheidet über den Erfolg
  4. Langfristige Perspektive ist entscheidender denn je – kurzfristige Schwankungen sollten nicht die strategische Ausrichtung bestimmen

Wenn Sie Ihr Erspartes für die Herausforderungen der kommenden Jahre positionieren möchten, beginnen Sie mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Situation. Verstehen Sie, welche Risiken Sie tragen, und entwickeln Sie eine Strategie, die auch in ungewöhnlichen Zeiten funktioniert.

Der nächste Schritt ist oft ein Gespräch mit einem Berater, der sowohl traditionelle als auch alternative Vermögenswerte versteht. Denn die beste Strategie ist die, die zu Ihrer spezifischen Situation passt – nicht die, die gerade in Mode ist.

Für eine umfassende Betrachtung Ihrer Vermögensstrategie und wie sie zu den strukturellen Veränderungen unserer Zeit passt, lohnt sich ein Blick auf unsere Expertise im Bereich Vermögensschutz. Dort finden Sie weiterführende Informationen zu den Themen, die für eine zukunftsfähige Vermögensstrategie relevant sind.

Über den Autor

Dr. Markus Hartmann

Dr. Markus Hartmann

Leiter Vermögensstrategie

Berät Unternehmerfamilien seit über 20 Jahren zu Fragen der generationenübergreifenden Vermögenssicherung.

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