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Finanzplanung

Generationenübergreifend planen
Vermögen für die Zukunft strukturieren

Dr. Markus Hartmann
Dr. Markus Hartmann · Leiter Vermögensstrategie
Finanzplanung - Titelbild

Über den eigenen Horizont hinausdenken

Generationenübergreifende Finanzplanung bedeutet, über das eigene Leben hinauszudenken. Es geht nicht nur darum, was Sie selbst brauchen, sondern was Sie hinterlassen möchten, und wie Sie sicherstellen, dass dieses Erbe auch tatsächlich ankommt.

Viele wohlhabende Familien scheitern an dieser Aufgabe. Das Vermögen, das eine Generation aufgebaut hat, ist oft bereits in der dritten Generation verschwunden. Doch mit den richtigen Strukturen, klaren Werten und einer durchdachten Kommunikation kann Wohlstand über viele Generationen erhalten und sogar vermehrt werden.

Warum Vermögen oft nicht überlebt

Die statistische Realität

Studien zeigen: Etwa 70 Prozent des Familienvermögens gehen bereits in der zweiten Generation verloren. Bis zur dritten Generation sind es über 90 Prozent. Diese Zahlen sollten jeden nachdenklich stimmen, der Vermögen aufgebaut hat.

Die häufigsten Ursachen

  • Fehlende Vorbereitung der Erben: Die nächste Generation wurde nicht auf die Verantwortung vorbereitet
  • Unklare Strukturen: Keine rechtlichen Regelungen, die das Vermögen schützen
  • Konflikte innerhalb der Familie: Streitigkeiten, die zu Zersplitterung führen
  • Externe Einflüsse: Scheidungen, Insolvenzen, politische Veränderungen
  • Inflation und Krisen: Geldwertverluste, die nicht ausgeglichen wurden

Die Säulen der generationenübergreifenden Planung

1. Werte vor Vermögen

Das wichtigste Element ist oft immateriell: Die Werte, die Sie weitergeben. Familien, deren Vermögen Generationen überdauert, teilen bestimmte Charakteristiken:

  • Arbeitsethos: Der Wert von Arbeit und Leistung wird vermittelt
  • Bescheidenheit: Wohlstand wird nicht zur Schau gestellt
  • Verantwortungsbewusstsein: Vermögen als Aufgabe, nicht als Recht
  • Zusammenhalt: Die Familie steht über dem Individuum

2. Rechtliche Strukturen

Die zweite Säule sind rechtliche Konstrukte, die das Vermögen schützen und ordnen:

  • Testamente und Erbverträge: Klare Regelungen für den Erbfall
  • Vollmachten: Handlungsfähigkeit bei Handlungsunfähigkeit
  • Familienverträge: Regelungen für Konflikte und Entscheidungen
  • Gütertrennung: Schutz vor Verlusten durch Scheidungen

3. Vermögensstruktur

Die dritte Säule ist die Struktur des Vermögens selbst:

  • Diversifikation: Streuung über Anlageklassen und Regionen
  • Sachwerte: Substanzwerte, die Inflation und Krisen überstehen
  • Liquidität: Ausreichend flexible Mittel für Unvorhergesehenes
  • Wachstum: Anteile, die langfristig Wert schaffen

Praktische Schritte zur Umsetzung

Das Gespräch suchen

Der erste und wichtigste Schritt ist das Gespräch innerhalb der Familie. Viele vermeiden dieses Thema, dabei ist offene Kommunikation der Schlüssel:

  • Was sind die gemeinsamen Werte?
  • Was soll das Vermögen leisten?
  • Wer trägt welche Verantwortung?
  • Wie werden Entscheidungen getroffen?

Bestandsaufnahme machen

Nur wer weiß, was vorhanden ist, kann sinnvoll planen. Eine vollständige Übersicht umfasst:

  • Alle Vermögenswerte und ihre Strukturen
  • Bestehende rechtliche Regelungen
  • Laufende Verpflichtungen
  • Risiken und Schwachstellen

Experten einbeziehen

Generationenübergreifende Planung ist komplex. Verschiedene Fachleute können helfen:

  • Rechtsanwälte für Erbrecht und Familienrecht
  • Steuerberater für optimale Strukturen
  • Vermögensverwalter für die Anlagestruktur
  • Mediatoren bei Konflikten

Die Rolle der nächsten Generation

Früh einbeziehen

Je früher die nächste Generation einbezogen wird, desto besser ist sie vorbereitet. Das bedeutet nicht, sofort Vermögen zu übertragen, sondern:

  • Grundlagen der Finanzbildung vermitteln
  • An Entscheidungen teilhaben lassen
  • Verantwortung schrittweise übertragen
  • Fehler in kleinem Rahmen erlauben

Erwartungen klären

Klare Erwartungen verhindern spätere Enttäuschungen:

  • Was wird erwartet, um das Erbe anzutreten?
  • Welche Bedingungen sind an die Übertragung geknüpft?
  • Wie wird mit verschiedenen Lebensentwürfen umgegangen?

Sachwerte in der generationenübergreifenden Planung

Sachwerte spielen eine besondere Rolle in der langfristigen Vermögensplanung. Sie bieten:

  • Inflationsschutz über Jahrzehnte
  • Unabhängigkeit von Bankensystemen
  • Übertragbarkeit über Generationen
  • Substanzwert in Krisenzeiten

Erfahren Sie mehr über bewährte Vermögensschutz-Strategien und wie Sie typische Fehler vermeiden können.

Der lange Blick nach vorn

Generationenübergreifende Planung erfordert Geduld und Weitsicht. Es geht nicht um schnelle Ergebnisse, sondern um Strukturen, die Jahrzehnte überdauern.

Die gute Nachricht: Mit den richtigen Maßnahmen können Sie dafür sorgen, dass Ihr Vermögen nicht nur erhalten bleibt, sondern auch den Zusammenhalt Ihrer Familie stärkt. Vermögen kann eine Last oder ein Segen sein. Die Strukturen, die Sie heute schaffen, entscheiden darüber.

Die Statistik, die nachdenklich macht

GenerationVermögen erhalten
Gründer100%
2. Generation~30%
3. Generation~10%
4. Generation~3%

Warum? Nicht weil die Erben unfähig sind – sondern weil niemand sie vorbereitet hat.

Die drei wichtigsten Schritte (heute beginnen)

  1. Das Gespräch führen – Sprechen Sie mit Ihrer Familie über Geld, Werte, Erwartungen
  2. Dokumente aktualisieren – Testament, Vollmachten, Familienverträge prüfen
  3. Sachwerte einbeziehen – Gold, Diamanten als Teil des Familienerbguts

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Über den Autor

Dr. Markus Hartmann

Dr. Markus Hartmann

Leiter Vermögensstrategie

Berät Unternehmerfamilien seit über 20 Jahren zu Fragen der generationenübergreifenden Vermögenssicherung.

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