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Einwände

Labordiamanten vs. natürliche Diamanten
Was Sie wissen müssen

Stefan Brenner
Stefan Brenner · Senior Berater Sachwerte
Einwände - Vergleich

Der technologische Durchbruch

In den letzten Jahren hat die Technologie zur Herstellung synthetischer Diamanten enorme Fortschritte gemacht. Labordiamanten (auch synthetische oder im Labor gezüchtete Diamanten genannt) sind chemisch, physikalisch und optisch identisch mit natürlichen Diamanten. Beide bestehen aus reinem Kohlenstoff in kristalliner Struktur.

Doch was bedeutet das für Anleger, die Diamanten als Teil ihrer Vermögensschutz-Strategie in Betracht ziehen?

Wie Labordiamanten entstehen

Es gibt zwei Hauptmethoden zur Herstellung von Labordiamanten:

HPHT-Verfahren (High Pressure High Temperature)

Dieses Verfahren ahmt die natürlichen Bedingungen nach, unter denen Diamanten tief in der Erde entstehen:

  • Temperaturen von über 1.400 Grad Celsius
  • Druck von etwa 5,5 Gigapascal
  • Ein Kohlenstoff-Ausgangsmaterial wird um einen kleinen Diamant-Keim gepresst

CVD-Verfahren (Chemical Vapor Deposition)

Die modernere Methode arbeitet mit niedrigerem Druck:

  • Ein Plasma aus kohlenstoffhaltigem Gas wird erzeugt
  • Kohlenstoffatome lagern sich schichtweise auf einem Substrat ab
  • Der Diamant wächst langsam von unten nach oben

Identisch und doch verschieden

Obwohl Labordiamanten und natürliche Diamanten dieselbe chemische Zusammensetzung haben, gibt es wichtige Unterschiede für Anleger:

KriteriumNatürlicher DiamantLabordiamant
Chemische ZusammensetzungReiner KohlenstoffReiner Kohlenstoff
EntstehungszeitMillionen JahreWenige Wochen
AngebotBegrenzt durch NaturTheoretisch unbegrenzt
Preisentwicklung 2019-2024Relativ stabilStark fallend
WiederverkaufswertMarktfähigSehr eingeschränkt
ZertifizierungGIA, IGI, HRDGIA, IGI (mit Kennzeichnung)

Das zentrale Problem: Die Angebotsfrage

Der wichtigste Unterschied liegt in der Verfügbarkeit. Natürliche Diamanten sind ein Produkt geologischer Prozesse über Millionen von Jahren. Ihr Angebot ist physisch begrenzt.

Labordiamanten hingegen können in beliebiger Menge produziert werden. Die Produktionskapazitäten steigen jährlich, und die Herstellungskosten sinken kontinuierlich. Was das für die Preisentwicklung bedeutet, zeigt die jüngste Marktentwicklung:

Preisentwicklung Labordiamanten (1 Karat, gute Qualität):

  • 2019: ca. 4.000 EUR
  • 2021: ca. 2.500 EUR
  • 2023: ca. 1.200 EUR
  • 2024: unter 800 EUR

Ein Preisverfall von über 80 Prozent in fünf Jahren macht deutlich: Labordiamanten eignen sich nicht als Sachwert zur Wertaufbewahrung.

Warum natürliche Diamanten ihren Wert behalten

Die Wertbeständigkeit natürlicher Diamanten basiert auf fundamentalen ökonomischen Prinzipien:

Natürliche Knappheit

Neue Diamantenminen werden immer seltener entdeckt. Bestehende Minen erschöpfen sich. Das globale Angebot an natürlichen Diamanten hat seinen Höhepunkt möglicherweise bereits überschritten.

Steigende Förderkosten

Die verbleibenden Vorkommen liegen oft in tieferen Erdschichten oder abgelegenen Regionen. Die Förderung wird aufwendiger und teurer.

Einzigartigkeit jedes Steins

Jeder natürliche Diamant hat seine eigene Geschichte. Er ist über Millionen von Jahren unter einzigartigen Bedingungen entstanden. Diese Einzigartigkeit hat für viele Menschen einen immateriellen Wert.

Die Position der Zertifizierungsinstitute

Die führenden Zertifizierungsinstitute wie GIA und IGI haben reagiert und kennzeichnen Labordiamanten eindeutig:

  • "Laboratory-Grown" oder "Lab-Created" im Zertifikat
  • Laser-Inschrift auf dem Stein, die den synthetischen Ursprung anzeigt
  • Separate Zertifikatsreihen für Labor- und natürliche Diamanten

Diese klare Unterscheidung ist wichtig für die Markttransparenz und den Schutz vor Betrug.

Labordiamanten als Schmuck

Für Schmuckzwecke können Labordiamanten durchaus sinnvoll sein:

Vorteile als Schmuck:

  • Deutlich günstiger als natürliche Diamanten
  • Optisch identisch
  • Oft ethisch unbedenklicher (keine Konfiktdiamanten)
  • Umweltfreundlichere Herstellung möglich

Aber als Wertanlage:

  • Kein stabiler Wiederverkaufswert
  • Keine natürliche Angebotsbegrenzung
  • Fortschreitende Preiserosion zu erwarten
  • Kein anerkannter Sekundärmarkt

Praktische Entscheidungshilfe

Stellen Sie sich folgende Fragen:

Ist mein Ziel Schmuck oder Wertanlage? Für Schmuck kann ein Labordiamant eine gute Wahl sein. Für Wertanlage nicht.

Plane ich einen Wiederverkauf? Labordiamanten haben praktisch keinen verlässlichen Wiederverkaufsmarkt. Natürliche, zertifizierte Diamanten können weltweit gehandelt werden.

Wie wichtig ist mir Wertstabilität? Labordiamanten verlieren kontinuierlich an Wert. Natürliche Diamanten haben historisch ihren Wert über lange Zeiträume gehalten.

Fazit: Klare Unterscheidung notwendig

Labordiamanten und natürliche Diamanten sind optisch und chemisch identisch, aber ökonomisch grundverschieden. Wer Diamanten als Teil einer Vermögensschutz-Strategie in Betracht zieht, sollte ausschließlich auf natürliche, zertifizierte Anlage-Diamanten setzen.

Der Preisverfall bei Labordiamanten wird sich mit zunehmender Produktionskapazität voraussichtlich fortsetzen. Was heute 800 EUR kostet, könnte in fünf Jahren bei 200 EUR liegen. Das ist das Gegenteil von Werterhalt.

Für eine ausgewogene Betrachtung verschiedener Sachwerte empfehlen wir auch unseren Vergleich Gold vs. Diamanten. Und wenn Sie mehr über die Grundlagen von Sachwertanlagen erfahren möchten, lesen Sie unseren Artikel zu Sachwerten erklärt.

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Häufige Fragen zu Labordiamanten

Kann man Labordiamanten von natürlichen unterscheiden? Mit bloßem Auge nicht. Professionelle Gemmologen können mithilfe spezieller Geräte die typischen Wachstumsmerkmale identifizieren. Seriöse Zertifikate und Laser-Inschriften machen die Unterscheidung eindeutig.

Werden Labordiamanten in Zukunft wertvoller? Das ist ökonomisch unwahrscheinlich. Die Produktionskosten sinken, die Kapazitäten steigen. Ohne natürliche Knappheit fehlt die Grundlage für Wertstabilität.

Kann ich einen Labordiamanten als natürlichen verkaufen? Das wäre Betrug und ist strafbar. Seriöse Händler prüfen jeden Stein und erkennen Labordiamanten zuverlässig.

Wie erkenne ich beim Kauf, ob es ein Labordiamant ist? Achten Sie auf das Zertifikat: GIA und IGI kennzeichnen Labordiamanten eindeutig mit "Laboratory-Grown". Die Laser-Inschrift auf dem Stein enthält ebenfalls diese Information.

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Über den Autor

Stefan Brenner

Stefan Brenner

Senior Berater Sachwerte

Mit Hintergrund im Edelmetallhandel kennt er die praktischen Details, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

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