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Alternativen

Sachwerte als Wertanlage
Alle Optionen im Überblick 2026

Dr. Markus Hartmann
Dr. Markus Hartmann · Leiter Vermögensstrategie
Alternativen - Titelbild

10,5 Billionen Euro Privatvermögen in Deutschland. 90% davon in Papierwerten.

Das ist die Realität Anfang 2026: Das Vermögen der Deutschen steckt in Bankeinlagen, Versicherungen und Wertpapieren. In Versprechen. In Ziffern auf Bildschirmen.

Nur ein Bruchteil liegt in Sachwerten – also in Dingen, die Sie anfassen können, die unabhängig vom Finanzsystem existieren, die keiner dritten Partei gehören.

Dieser Artikel gibt Ihnen einen vollständigen Überblick über alle Sachwert-Optionen: Was funktioniert, was nicht, und für wen was sinnvoll ist.

Die Sachwert-Landkarte 2026

SachwertMin. EinstiegLiquiditätWertdichteLaufende ErträgeEmpfehlung
Gold5.000 €Sehr hochMittelNeinBasis für alle
Silber1.000 €HochNiedrigNeinEinstieg, kleine Beträge
Diamanten50.000 €MittelSehr hochNeinAb 500k Vermögen
Immobilien200.000 €Sehr niedrigNiedrigJa (Miete)Cashflow-Fokus
Uhren10.000 €NiedrigHochNeinNur mit Expertise
Kunst50.000 €Sehr niedrigMittelNeinNur für Liebhaber
Oldtimer50.000 €Sehr niedrigNiedrigNeinHobby, nicht Anlage
Wein10.000 €NiedrigMittelNeinSpezialisten-Markt

Kategorie 1: Edelmetalle

Gold – Der Klassiker

Aktueller Preis (Feb 2026): 127 €/Gramm, 3.950 €/Unze

5-Jahres-Wertentwicklung: +128,5%

Warum Gold:

  • Weltweit anerkannt seit 5.000 Jahren
  • Sofort verkaufbar, transparenter Preis
  • Keine Gegenpartei, kein Ausfallrisiko
  • Steuerfrei nach 12 Monaten (§ 23 EStG)
  • Anlagebarren sind mehrwertsteuerfrei

Schwächen:

  • Keine laufenden Erträge
  • Bei großen Summen: Gewicht (500k = 4 kg)
  • Erkennbar (Metalldetektor)

Für wen: Jeder mit 5.000+ Euro, der Sachwerte beginnen will. Die Basis jedes Sachwert-Portfolios.

Unsere Empfehlung: 10-15% des liquiden Vermögens in physischem Gold, gelagert außerhalb des Bankensystems.

Ein Unternehmer aus Köln, 49: "Ich habe mit 20.000 Euro Gold angefangen, vor 5 Jahren. Heute sind es über 50.000 wert. Aber das Wichtigste: Ich weiß, dass dieses Geld da ist, egal was passiert."

Silber – Die günstige Alternative

Aktueller Preis (Feb 2026): ~1,10 €/Gramm, 34 €/Unze

5-Jahres-Wertentwicklung: +85%

Warum Silber:

  • Niedriger Einstieg möglich
  • Industrielle Nachfrage (Solarpanels, Elektronik)
  • Höhere Volatilität = höhere Chancen

Schwächen:

  • 19% MwSt beim Kauf (anders als Gold!)
  • Viel Volumen bei größeren Summen (100k = ~90 kg)
  • Lagerung wird schnell teuer

Für wen: Einsteiger mit kleinem Budget, Spekulanten auf industrielle Nachfrage.

Unsere Einschätzung: Für ernsthaften Vermögensschutz ist Gold besser. Silber ist eher für kleine Stückelungen oder als Ergänzung interessant.

Kategorie 2: Edelsteine

Anlage-Diamanten – Die Wertdichte

Aktueller Preis: 1 Karat D/VVS1: ~13.000 €

Warum Diamanten:

  • Extreme Wertdichte: 500.000 € = 50 Gramm
  • Weltweit handelbar (Dubai, Antwerpen, Tel Aviv)
  • Diskret – sieht aus wie Glas
  • Steuerfrei nach 12 Monaten

Schwächen:

  • Kein transparenter Börsenpreis
  • Spread 10-20% zwischen An- und Verkauf
  • Fachwissen erforderlich (4C: Carat, Color, Clarity, Cut)
  • Mindestens 50.000 € für sinnvolle Anlagequalität

Für wen: Vermögen ab 500.000 €, wenn Gold bereits vorhanden ist. Ideal für geografische Diversifikation.

Unsere Empfehlung:

  • Nur GIA-zertifiziert
  • Mindestens 0.5 Karat, idealerweise 1+ Karat
  • Farbe D-G, Reinheit VVS1 oder besser
  • Schliff: Excellent

Eine Ärztin aus Hamburg, 54: "Meine Diamanten liegen in Dubai. Falls hier jemals etwas schiefgeht, habe ich Substanz außerhalb Europas. Das gibt mir Ruhe."

Farbedelsteine – Der Nischenmarkt

Rubine, Saphire, Smaragde können wertvoll sein, haben aber massive Nachteile:

  • Kein standardisiertes Zertifizierungssystem wie GIA bei Diamanten
  • Bewertung sehr subjektiv
  • Markt weniger liquide
  • Fälschungsrisiko höher

Unsere Einschätzung: Nur für absolute Experten oder Liebhaber. Für Vermögensschutz nicht geeignet.

Kategorie 3: Immobilien

Durchschnittspreis Deutschland 2026: ~3.500 €/m² (stark regional unterschiedlich)

2025-Wertentwicklung: +2,3% (nach -6,8% in 2023)

Warum Immobilien:

  • Laufende Erträge (Miete 2-4% netto)
  • Finanzierbar (Leverage möglich)
  • Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten
  • "Greifbar" und psychologisch befriedigend

Schwächen:

  • Hohe Kaufnebenkosten (9-15%)
  • Illiquide (Verkauf dauert 3-12 Monate)
  • Klumpenrisiko (eine Stadt, ein Objekt)
  • Regulierungsrisiko (Mietpreisbremse, Grundsteuer)
  • Null Mobilität

Für wen: Menschen, die Cashflow brauchen, steuerlich optimieren wollen, oder selbst darin wohnen.

Unsere Einschätzung: Immobilien sind Sachwerte – aber keine mobilen Sachwerte. Für echten Vermögensschutz fehlt die Flexibilität.

Ein Steuerberater aus Frankfurt, 61: "Ich habe drei Mietwohnungen. Das ist mein Einkommen. Aber wenn ich schnell verkaufen müsste – keine Chance. Deshalb habe ich zusätzlich Gold und Diamanten."

Kategorie 4: Sammlerwerte

Luxusuhren

Rolex Submariner: ~15.000 € (Retail), oft Warteliste Patek Philippe Nautilus: ~80.000 €+ (wenn überhaupt verfügbar)

Warum Uhren:

  • Hohe Wertdichte
  • Tragbar und diskret
  • Sammlermärkte mit steigenden Preisen

Schwächen:

  • Markt stark spekulativ
  • Preise abhängig von Trends
  • Fälschungsrisiko bei unserösien Händlern
  • Wartungskosten (Service alle 5-7 Jahre: 500-2.000 €)

Unsere Einschätzung: Nur kaufen, wenn Sie Uhren ohnehin lieben. Als reine Anlage zu riskant und zu abhängig von Moden.

Kunst

Warum Kunst:

  • Einzigartig, nicht reproduzierbar
  • Hohe Wertdichte bei etablierten Künstlern
  • Ästhetischer Genuss

Schwächen:

  • Extrem illiquide
  • Bewertung hochsubjektiv
  • Fälschungsrisiko
  • Hohe Transaktionskosten (20-30% bei Auktionen)
  • Lagerung und Versicherung aufwendig

Unsere Einschätzung: Kunst kauft man aus Liebe, nicht als Anlage. Wenn Sie einen Picasso wollen und es sich leisten können – wunderbar. Aber nicht als Vermögensschutz-Strategie.

Oldtimer

Warum Oldtimer:

  • Wertsteigerungspotenzial bei seltenen Modellen
  • Nutzbar (fahren!)
  • Liebhaber-Community

Schwächen:

  • Hohe laufende Kosten (Garage, Versicherung, Wartung)
  • Wertentwicklung extrem modellabhängig
  • Markt illiquide
  • Expertise erforderlich

Unsere Einschätzung: Ein Hobby, keine Anlagestrategie. Wer Autos liebt, soll sich einen kaufen. Aber nicht als Vermögensschutz rechnen.

Die Sachwert-Pyramide: Unsere Empfehlung

Für ein Vermögen von 1 Million Euro empfehlen wir diese Struktur:

                    ┌─────────────┐
                    │ Diamanten   │  10-15%  (Diskretion, Mobilität)
                    │  100-150k   │
                ┌───┴─────────────┴───┐
                │       Gold          │  15-20%  (Liquidität, Basis)
                │     150-200k        │
            ┌───┴─────────────────────┴───┐
            │     Immobilien (optional)   │  20-30%  (Cashflow)
            │         200-300k            │
        ┌───┴─────────────────────────────┴───┐
        │        Produktive Anlagen           │  30-40%  (Wachstum)
        │      Aktien, Anleihen, Beteiligungen│
    ┌───┴─────────────────────────────────────┴───┐
    │              Liquiditätsreserve             │  10-15%  (Sicherheit)
    │           Tagesgeld, kurzfristiges Festgeld │
    └─────────────────────────────────────────────┘

Die Logik:

  1. Basis (Liquidität): Immer 6-12 Monate Ausgaben verfügbar
  2. Wachstum (Produktive Anlagen): Aktien, Anleihen für Erträge
  3. Cashflow (Immobilien): Falls gewünscht, für laufendes Einkommen
  4. Schutz (Gold): Liquide, schnell verfügbar, Krisenabsicherung
  5. Diskretion (Diamanten): Mobilität, geografische Diversifikation

Was wir NICHT empfehlen

Bitcoin/Krypto als "Sachwert"

Bitcoin ist kein Sachwert. Es ist:

  • Digital (existiert nur im Computer)
  • Extrem volatil (-80% Crashs sind normal)
  • Keine 5.000 Jahre Wertgeschichte
  • Regulatorisch unsicher

Kann interessant sein als Spekulation. Aber nicht als Vermögensschutz.

Gold-ETFs statt physisches Gold

Ein Gold-ETF ist kein Gold. Es ist ein Papier, das verspricht, Gold zu repräsentieren. In einer echten Krise wollen Sie das Metall, nicht das Versprechen.

Zertifikate auf Sachwerte

Zertifikate sind Schuldverschreibungen. Sie haben Gegenparteirisiko. Genau das, was Sie bei Sachwerten vermeiden wollen.

Die richtige Reihenfolge

Wenn Sie bei Null anfangen:

Schritt 1: Liquiditätsreserve aufbauen 6-12 Monate Ausgaben auf dem Tagesgeld. Nichts anderes, bevor das steht.

Schritt 2: Gold kaufen Beginnen Sie mit 10.000-20.000 € in physischem Gold. Barren oder Münzen, LBMA-zertifiziert.

Schritt 3: Produktive Anlagen Aktien-ETFs für langfristiges Wachstum. Der Motor Ihres Vermögens.

Schritt 4: Gold-Position ausbauen Bei wachsendem Vermögen: Gold auf 10-15% halten.

Schritt 5: Diamanten hinzufügen Ab 500.000 € Gesamtvermögen werden Diamanten interessant. Für Wertdichte und Diskretion.

Schritt 6: Weitere Diversifikation Immobilien, falls Cashflow gewünscht. Andere Sachwerte nur mit echter Expertise.

Häufige Fehler

Fehler 1: Mit exotischen Sachwerten anfangen

"Mein Nachbar hat einen Oldtimer, der hat sich verdoppelt!"

Mag sein. Aber Oldtimer, Kunst, Wein sind Spezialistenmärkte. Ohne tiefe Expertise verlieren Sie Geld. Fangen Sie mit Gold an.

Fehler 2: Zu früh zu viel in Sachwerte

Sachwerte sind Schutz, nicht Wachstum. Wenn Sie noch Vermögen aufbauen, brauchen Sie Wachstum (Aktien). Sachwerte kommen, wenn etwas da ist, das geschützt werden muss.

Fehler 3: Sachwerte als Spekulation

"Gold ist gerade gefallen, ich warte auf bessere Kurse."

Sachwerte kauft man nicht zum Spekulieren. Man kauft sie als Versicherung. Sie kaufen auch keine Feuerversicherung, wenn es brennt.

Fehler 4: Alles in eine Kategorie

"Ich habe 5 Immobilien, ich bin diversifiziert."

5 Immobilien in Deutschland sind keine Diversifikation. Das ist Klumpenrisiko. Echte Diversifikation braucht verschiedene Sachwert-Klassen und geografische Streuung.

Ihr nächster Schritt

Sie haben jetzt einen Überblick über alle Sachwert-Optionen. Die Frage ist: Was passt zu Ihrer konkreten Situation?

In einem unverbindlichen Gespräch analysieren wir:

  1. Ihre aktuelle Struktur – Was haben Sie schon?
  2. Ihre Ziele – Wachstum, Schutz, Cashflow?
  3. Ihr Zeithorizont – 5 Jahre, 20 Jahre, generationenübergreifend?
  4. Die optimale Mischung – Was ergibt Sinn für Sie?

Kein Verkaufsdruck. Keine Verpflichtung. Nur Klarheit.

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Über den Autor

Dr. Markus Hartmann

Dr. Markus Hartmann

Leiter Vermögensstrategie

Berät Unternehmerfamilien seit über 20 Jahren zu Fragen der generationenübergreifenden Vermögenssicherung.

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