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Alternativen

Edelmetalle als Wertanlage
Gold, Silber, Platin im Vergleich

Dr. Katharina Meier
Dr. Katharina Meier · Leiterin Research & Analyse
Alternativen - Vergleich

Edelmetalle als Wertanlage – Ein Überblick

Edelmetalle gelten seit Jahrtausenden als Wertaufbewahrung. Doch wie bewähren sie sich in einem modernen Portfolio? Die Analyse zeigt ein differenziertes Bild: Während Gold und Silber durchaus ihre Berechtigung haben, sind die oft beworbenen Vorteile weniger eindeutig als viele Anbieter suggerieren.

Überblick

Wenn Sie Edelmetalle als Wertanlage in Betracht ziehen, sollten Sie mehrere Faktoren berücksichtigung. Bei nüchterner Betrachtung erfüllen Edelmetalle primär eine Schutzfunktion – sie sind Vermögensbewahrung, nicht Vermögensmehrung. Diese Unterscheidung ist fundamental für eine realistische Bewertung.

In meiner Analyse über die letzten 20 Jahre zeigt sich: Edelmetalle haben ihre größten Stärken in Krisenzeiten, ihre größten Schwächen in stabilen Wachstumsphasen. Die Evidenz deutet darauf hin, dass sie als Portfolio-Beimischung wertvoll sind, als Kernposition jedoch problematisch.

Vergleichskriterien

Im Vergleich über fünf Dimensionen bewerte ich Edelmetalle wie folgt:

KriteriumGoldSilberPlatinAnmerkung
SicherheitSehr hochHochMittelGold historisch stabilstes Edelmetall
LiquiditätSehr hochHochNiedrigPlatin deutlich illiquider als Gold/Silber
WertstabilitätHochMittelNiedrigSilber volatiler, Platin industrieabhängig
PortabilitätSehr hochMittelHochWertdichte bei Gold am höchsten
LagerkostenMittelHochMittelSilber benötigt mehr Lagerraum pro Wert

Detaillierte Analyse

Vorteile

Krisenresilienz: In den drei größten Finanzkrisen der letzten 50 Jahre (1970er Inflation, 2008 Finanzkrise, 2020 Pandemie) behielt Gold seinen Wert oder legte zu, während Aktien zweistellig verloren.

Währungsunabhängigkeit: Edelmetalle sind nicht an eine spezifische Währung gebunden. Bei Währungskrisen – wie der Türkischen Lira 2018 oder dem Argentinischen Peso wiederholt – boten sie Schutz.

Physische Verfügbarkeit: Anders als digitale Vermögenswerte oder Bankguthaben können physische Edelmetalle nicht durch Systemausfälle oder Kontosperrungen unzugänglich werden.

Keine Gegenparteirisiken: Ein Goldbarren hat keinen Emittenten, der ausfallen könnte. Diese Eigenschaft teilen nur wenige andere Vermögenswerte.

Steuerliche Vorteile: In Deutschland sind physische Edelmetalle nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei – ein bedeutender Vorteil gegenüber anderen Sachwerten.

Nachteile

Keine laufenden Erträge: Edelmetalle generieren keine Zinsen, Dividenden oder Mieten. In Zeiten positiver Realzinsen ist dies ein erheblicher Nachteil.

Lager- und Versicherungskosten: Professionelle Lagerung kostet 0,5-1,5% p.a. Diese Kosten schmälern den Ertrag kontinuierlich.

Preisvolatilität: Gold schwankte in den letzten 20 Jahren zwischen 300 und 2.000 Euro pro Unze – eine erhebliche Bandbreite für einen "sicheren Hafen".

Ankauf-Verkauf-Spreads: Bei kleineren Mengen betragen die Spreads 2-5%. Diese Transaktionskosten müssen erst durch Preissteigerungen kompensiert werden.

Bewertungsherausforderungen: Anders als bei Aktien gibt es keinen "fairen Wert" für Gold. Die Preisbildung folgt psychologischen und spekulativen Faktoren.

Alternativen im Vergleich

Vermögende Anleger haben verschiedene Optionen für Krisenabsicherung und Werterhalt:

VermögenswertLiquiditätKosten p.a.KrisenfestigkeitKomplexität
Gold physischSehr hoch1,0%Sehr gutNiedrig
ImmobilienNiedrig1-2%GutHoch
DiamantenNiedrig0,5%MittelSehr hoch
KunstwerkeSehr niedrig1-3%UnvorhersagbarSehr hoch
Staatsanleihen AAASehr hoch0,1%GutNiedrig

Die Analyse zeigt: Gold kombiniert hohe Liquidität mit bewährter Krisenresilienz bei moderater Komplexität. Für eine Basisabsicherung ist es anderen Alternativen oft überlegen.

Praktische Umsetzung

Allokationsempfehlungen

Basierend auf unserer Portfolioanalyse empfehle ich folgende Gewichtungen:

  • Konservative Anleger: 10-20% Edelmetalle (primär Gold)
  • Ausgewogene Anleger: 5-10% Edelmetalle
  • Wachstumsorientierte: 0-5% Edelmetalle

Diese Bandbreiten reflektieren die Schutzfunktion von Edelmetallen, ohne die langfristigen Wachstumschancen anderer Anlageklassen zu opfern.

Kaufformen im Vergleich

Physisches Metall: Höchste Sicherheit, aber Lageraufwand ETCs/ETFs: Liquide und kostengünstig, aber Gegenparteirisiko Zertifikate: Sehr liquid, aber hohes Emittentenrisiko Minenaktien: Hebelwirkung auf Metallpreise, aber Unternehmensrisiken

Für echten Vermögensschutz führt kein Weg am physischen Metall vorbei. ETFs und Zertifikate können die gewünschte Krisenabsicherung nicht bieten, da sie Teil des Finanzsystems sind, vor dem sie eigentlich schützen sollen.

Für wen eignet sich diese Option?

Geeignet für:

Vermögensschützer: Anleger, die einen Teil ihres Vermögens außerhalb des Bankensystems halten möchten. Besonders relevant bei Vermögen über 500.000 Euro.

Inflationsschutz-Suchende: In Zeiten expansiver Geldpolitik bieten Edelmetalle historisch bewährten Schutz vor Geldentwertung.

Krisenvorsorger: Anleger, die sich gegen Systemkrisen, Währungsreformen oder politische Instabilität absichern möchten.

Langfristige Planer: Familien, die Vermögen über Generationen erhalten möchten, nutzen die Beständigkeit der Edelmetalle.

Weniger geeignet für:

Ertragsorientierte Anleger: Wer primär Vermögenswachstum sucht, ist mit Aktien oder Immobilien besser bedient. Edelmetalle sind Bewahrung, nicht Mehrung.

Liquiditätsbedürftige: Bei häufigen Transaktionen schmälern die Spreads die Wertentwicklung erheblich.

Kleinanleger: Bei Beträgen unter 10.000 Euro sind die relativen Kosten oft zu hoch für eine sinnvolle Allokation.

Unsere Einschätzung

Edelmetalle haben ihren Platz in einer durchdachten Vermögensschutz-Strategie. Sie sind jedoch weder Allheilmittel noch Ertragstreiber. Im Vergleich über fünf Dimensionen zeigen sie klare Stärken bei Sicherheit und Liquidität, Schwächen bei laufenden Erträgen.

Für vermögende Anleger empfehle ich eine moderate Beimischung von 5-15% des Gesamtvermögens, primär in physischem Gold. Diese Gewichtung bietet Schutz ohne übermäßige Ertragsverzichte.

Die Evidenz deutet darauf hin, dass Edelmetalle ihre Schutzfunktion am besten in Kombination mit anderen Sachwerten erfüllen. Eine reine Edelmetallstrategie ist für die meisten Anleger suboptimal.

Wer eine umfassende Analyse seiner Vermögensstruktur wünscht, sollte verschiedene Vergleiche zwischen Vermögensklassen anstellen.

Edelmetalle in Zahlen (Februar 2026)

MetallPreis5-Jahres-EntwicklungEmpfehlung
Gold127 €/g+128%Basis-Edelmetall
Silber1,25 €/g+180%Beimischung 10-20%
Platin32 €/g+45%Nur für Experten
Palladium28 €/g-15%Nicht empfohlen

Die einfache Faustregel

  • 80-90% des Edelmetall-Anteils in Gold
  • 10-20% in Silber (höhere Volatilität = höheres Potential)
  • 0% in Platin/Palladium (zu abhängig von Industrie)

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Über den Autor

Dr. Katharina Meier

Dr. Katharina Meier

Leiterin Research & Analyse

Die promovierte Finanzökonomin bringt analytische Strenge in die Bewertung von Sachwerten ein.

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